Autobahnbau bringt besseres Wasser mit sich
Neue Leitungen in Peniger Ortsteilen werden 2011 verlegt - Nitratgehalt sinkt
Penig/Niedersteinbach. Penig/Niedersteinbach. Die Einwohner von Niedersteinbach können Hoffnung schöpfen. Im Zuge des Autobahn- und des Brückenbaus an der Bundesstraße 95 investiert der Wasser-/Abwasserverband "Mittleres Erzgebirgsvorland" (ZWA) in sein Leitungsnetz. In der Folge sollen Wernsdorf und Niedersteinbach an eine überregionale Versorgungsleitung angebunden werden - die lang ersehnte Verbesserung der Wasserqualität wäre dann Realität. Baustart könnte laut Penigs Bürgermeister Thomas Eulenberger (CDU) bereits Ende dieses Jahres oder Anfang 2011 sein.
Momentan sprudelt das Wasser für die Orte noch aus Tiefbrunnen in Wernsdorf und Steinbach. Aufbereitet wird es in der Anlage in Wernsdorf unweit der abgerissenen Bahnbrücke. Der Nitratgehalt übersteigt jedoch die gesetzlichen Verordnungen für Trinkwasser. Für die Steinbacher Quelle hat der ZWA für die Förderung daher eine Ausnahmegenehmigung. "Eine Gefahr für die Gesundheit besteht jedoch nicht", versichert Trinkwassermeister Gerald Krenkel vom ZWA.
Künftig werden die Niedersteinbacher und Wernsdorfer dann mit nitratarmem Wasser versorgt. Dieses sprudelt aus den Arnsdorfer Tiefbrunnen - die bisherigen Quellen werden stillgelegt. In der dortigen Aufbereitungsanlage wird das Wasser chemisch aufbereitet und in den Hochbehälter nach Dittmannsdorf gepumpt - von dort fließt es schließlich nach Niedersteinbach. "Wir haben im Rahmen des Autobahnbaus die Rohre bereits von Penig bis in den Bereich des Ortsausgangsschildes Penig/neue Autobahn verlegt. Wenn das Straßenbauamt den Kreuzungsbereich Am Zeisig baut, legen wir unsere Leitungen", sagt Gerald Krenkel.
Niedersteinbachs Ortsvorsteher Olaf Tröger (CDU) verweist darauf, dass diese Maßnahme überfällig ist. "Im Zuge der Eingemeindung der Gemeinde Langensteinbach im Jahre 2003 mussten wir die Wasseraufbereitung an den ZWA übertragen. Damals hieß es, die Qualität sei zu schlecht. Bis heute hat sich daran nichts geändert, die Wasserhähne sind noch immer weiß", ärgert sich Tröger über den Zeitverzug. Das Wasser in beiden Orten weist aufgrund der starken Belastung durch die landwirtschaftliche Düngung insbesondere zu DDR-Zeiten einen hohen Nitratgehalt auf. "Daher durften früher Kleinkinder lediglich Wasser aus Flaschen trinken", sagt Penigs Rathauschef Thomas Eulenberger.
Eigentlich sollten die Bauarbeiten am Wassernetz längst abgeschlossen sein. Aufgrund geänderter Pläne beim Bau der Autobahn verzögerte sich das Vorhaben jedoch. Thomas Eulenberger hofft nun auf eine schnelle Fortsetzung der Arbeiten. "Damit gehört die andauernde Debatte um die Qualität des Trinkwassers der Vergangenheit an", hofft der Peniger Bürgermeister.


