Will mit dem Ordnungsamt, der Feuerwehr und Politesse enger kooperieren: Wilfried Michaelis vom Polizeiposten Penig.
Foto: Jochen Walther
"Behandelt" auch die Wehwehchen der Senioren
Bürgerpolizist fühlt sich in Penig angekommen - Viel Ärger mit Sachbeschädigungen
Penig. Im Vergleich zu Leipzig oder Chemnitz beschreibt Bürgerpolizist Wilfried Michaelis Penig als "sehr ruhiges Eckchen". Seit der Übernahme des Polizeipostens vor gut zwei Monaten hat der 52-Jährige dennoch alle Hände voll zu tun. Kein Tag sei wie der andere. Vor allem halten Sachbeschädigungen wie Schmierereien den Stadtsheriff auf Trab. Davon hat es im Vorjahr 86 gegeben. Insgesamt registrierte die Polizei 2008 in Penig und Lunzenau 426 Straftaten - Tendenz fallend.
Michaelis, der bereits seit fast 35 Jahren im operativen Dienst bei der Polizei beschäftigt ist, fühlt sich in der Muldestadt angekommen: "Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein bis zwei Bürger an unserer Tür klingeln", freut sich der Polizeihauptkommissar, der nur vormittags im Neuen Schloss anzutreffen ist. Danach werden Hilfesuchende per Sprechanlage am Eingang zum Rochlitzer Revier umgeleitet.
Laut Michaelis würden die Peniger längst nicht nur mit Anzeigen vorbeikommen. Ähnlich einer Verbraucherzentrale nimmt sich der Chemnitzer vor allem für Senioren viel Zeit, um sich deren Sorgen und Nöte anzuhören. So wie vor kurzem, als Vertreter von Haus zu Haus zogen, um den einen oder anderen vom Wechsel des Stromanbieters zu überzeugen. "Die Leute waren verunsichert", erinnert sich Michaelis, der tagsüber auf die Unterstützung von drei Personen der Sicherheitswache bauen kann.
Dabei ist dem begeisterten Jäger und Wanderfreund Präsenz sehr wichtig. "Wenn es die Zeit erlaubt, schau ich mich auch in den Peniger und Lunzenauer Ortsteilen um", betont der Ordnungshüter. Doch dazu komme er viel zu selten, zu unvorhersehbar sei das Tagesgeschehen. "Das hängt natürlich auch von der Post ab, die morgens im Fach liegt", begründet er. Neben der Bearbeitung von Ermittlungsersuchen zum Beispiel bei nicht bezahlten Bußgeldern brauche besonders das Aufnehmen von Anzeigen viel Zeit.
Neben Vandalismus machen Michaelis dabei die einfachen Diebstähle zu schaffen. Nach wie vor ein Schwerpunkt hierbei: der Fahrraddiebstahl. So sind im Vorjahr 195 Eigentumsdelikte gemeldet worden, die Hälfte davon waren einfache Diebstähle und Einbrüche. Telefon: 037381/83022.

