Der Justizminister und die "kleinen Lümmel"

Geld aus Konjunkturpaket II ist für Kindergarten Schweikershain schon eingegangen und verbaut

Erlau/Schweikershain. Mit "Na, ihr Lümmel" begrüßte am Donnerstag Sachsens Justizminister Geert Mackenroth (CDU) die zwei Steppkes, die mit ihren Fahrrädern (und Helm) im Innehof des Schweikershainer Kindergartens unterwegs waren. "Wir sind keine Lümmel", gab es prompt als Antwort, wenig später noch eine kleine Erfrischung aus der Spitzpistole für den hohen Besuch. Der war bester Laune, schließlich konnte er sich hier von den Erfolgen des Konjunkturpaketes II überzeugen.

Mackenroth vertrat kurzfristig den angekündigten Chef der sächsischen Staatskanzlei Johannes Beermann, in dessen Aufgabenbereich das Konjunkturpaket fällt. Rund 490 Million Euro hat der Freistaat insgesamt bewilligt, etwa 41 Millionen Euro sind bislang ausgezahlt, ein kleiner Teil davon auch an die Gemeinde Erlau. Die hat insgesamt vier Vorhaben im Wertumfang von über 300.000 Euro über das Paket kofinanziert, also mit jeweils einem Fünftel Eigenanteil bei 80 Prozent Förderung. Gerade ausgeschrieben sind die energetische Umgestaltung und ein Zwischenbau in der Milkauer Turnhalle. Fertig ist die Vergrößerung eines Gruppenraums inklusive neuer Fluchtwege im Kindergarten Erlau für 25.000Euro. Hier steht die Überweisung des Geldes aus Dresden aber noch aus.

Im Kindergarten Schweikershain wurde über das Konjunkturprogramm für 60.000 Euro das Dach neu gedeckt, eingeschlossen sind hier Zimmermannsarbeiten. "Die Fördermittel von 48.000 Euro hierfür sind auf unserem Konto", berichtete Erlaus Bürgermeister Wolfgang Ahnert (parteilos). "Dabei haben wir alles erst im März beantragt", erläuterte Ahnert. "Den Auftrag erledigte eine Firma aus Königshain, da uns im Ort die Dachdecker fehlen. Ansonsten achten wir darauf, dass die Aufträge in der Gemeinde bleiben, schließlich profitieren wir von der Gewerbesteuer." So konnten die Arbeiten im Kindergarten Erlau auch an einen Betrieb aus Crossen vergeben werden.

Das Konjunkturpaket II gibt den Gemeinden die Möglichkeit, bis 100.000 Euro Aufträge ohne Ausschreibungen zu vergeben, bis zu einer Million Euro sind beschränkte Ausschreibungen möglich. "Somit bleiben im Freistaat etwa 80 Prozent der Aufträge bei regionalen Unternehmen", berichtete Mackenroth, der überrascht war, dass Erlau schuldenfrei ist. Ahnert gab das Lob dafür gern an seinen Vorgänger Jürgen Kunath (CDU) weiter, erklärte dies auch mit einer schlanken Verwaltung, basierend auf einer Mitarbeiterzahl unter dem Sachsen-Durchschnitt. "Wir haben den Anspruch, eine kinderfreundliche Gemeinde zu sein", so der Bürgermeister. Der hohe Standard im Kindergarten Schweikershain sei auch in den anderen drei Einrichtungen, alle in kommunaler Trägerschaft, in Erlau, Crossen und Milkau zu finden.

 
erschienen am 27.08.2009 ( Von Falk Bernhardt )
 
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