Hat mit 100 noch Spaß am Leben: Rudolf Lose.
Foto: Wolfgang Lose
Ein Rochlitzer will Johannes Heesters überholen
Rudolf Lose feiert am Samstag im Städtischen Altenpflegeheim seinen 100. Geburtstag - Gelernter Tischler arbeitete im Flugzeugbau
Rochlitz. Seinen 100. Geburtstag feiert am Samstag Rudolf Lose im Städtischen Altenpflegeheim in Rochlitz. Er wohnt seit einem Jahr in dieser schönen Umgebung, wie er sagt, fühlt sich geborgen und freut sich auf jeden Tag, den er genießen kann. Er unterhält sich gern und findet immer noch alle Frauen wunderschön.
In den letzten Wochen lief sein Fernseher auf Hochtouren, denn der Senior ist mit Leib und Seele Fußballfan. "Ich habe früher selbst in meiner Heimatstadt Colditz gespielt", erzählt der alte Herr und weiß noch viele Begebenheiten aus der Fußballgeschichte. Der gelernte Tischlermeister hat viele Stationen seines Lebens in auserwählten Betrieben verbracht und war aufgrund seiner exzellenten handwerklichen Leistungen während des Zweiten Weltkriegs im Flugzeugbau Dresden unabkömmlich. Seine Frau Elfriede folgte ihm damals überall hin und hat ihm zwei Söhne geboren.
Nach dem Krieg arbeitete Rudolf Lose als Kleinbauer auf dem Anwesen seiner Frau in Sörnzig. Nach Gründung der LPG wechselte er in die Industrie und war bis zum 70. Lebensjahr im Musterbau der Hydraulik tätig. Nebenbei bauten die Eheleute Tabak und Obst an und hielten Schafe, sodass eine gute Nebeneinkunft gesichert war, denn die Löhne waren nicht berauschend, wie er meint. "In einer 48-Stunden-Woche kamen manchmal Arbeitszeiten bis nach Mitternacht zusammen", erinnert sich der Senior. "Damit bin ich fit geblieben."
Durch seine gesellige Art und Hilfsbereitschaft war er überall beliebt und bekannt. "Eben wie ein bunter Hund", lacht er. Noch heute besuchen ihn ehemalige Kollegen. "Zum Glück wohnt einer meiner Söhne in Sörnzig, sodass ich immer mal wieder meine alte Heimat besuchen kann", freut er sich. Er hat sich vorgenommen, Entertainer Johannes Heesters zu überholen und will noch viele Jahre bei möglichst guter Gesundheit in seinem neuen Zuhause verbringen. "Wenn mich meine Kinder und Enkel besuchen, freue ich mich natürlich besonders", bekennt er. (ALO)


