Gern toben die "Rasselbande"-Kinder in ihrem Freigelände. Die Tagesstätte soll künftig von einem freien Träger betrieben werden.Foto: Andy Scharf
Gemeinde will die "Rasselbande" abgeben
Kindertagesstätte in Stein soll einen freien Träger bekommen
Königshain-Wiederau/Stein. Königshain-Wiederau/Stein. In der Gemeinde Königshain-Wiederau gibt es künftig keine Kindertagesstätte in kommunaler Trägerschaft mehr. Die Verwaltung des Ortes möchte nun auch die Einrichtung "Rasselbande" in Stein von einem freien Träger betreiben lassen. Bürgermeister Johannes Voigt (CDU) hat die Elternräte der Tagesstätte am Dienstag hinter verschlossenen Türen über die Pläne informiert. Gegenüber "Freie Presse" wollte er sich zum Thema nicht äußern. Erst in der kommenden Woche möchte die Gemeindeverwaltung eine Stellungnahme abgeben.
Heidrun Ludwig, die Elternsprecherin vom Hort der Grundschule Wiederau, bestätigte auf Anfrage das Vorhaben der Gemeinde. Grund für die Ausgliederung der Einrichtung aus kommunaler Hand seien vor allem fachliche Aspekte. Freie Träger hätten einerseits Fachpersonal, welches der Gemeinde fehlt. Andererseits reichen die personellen Ressourcen der Verwaltung nicht, um drei Kinderhäuser entsprechend der gesetzlichen Anforderungen zu betreuen.
Der Betreiberwechsel hat wohl auch personelle Veränderungen zur Folge. Die Stelle der Leiterin könnte neu besetzt werden. Entlassungen seien indes nicht geplant. "In den Verhandlungen sollen die Übernahme der Erzieherinnen und eine fortwährende tarifliche oder tarifähnliche Entlohnung gesichert werden", sagt Heidrun Ludwig.
Wer künftig das Haus "Rasselbande" betreiben soll, wird in einer öffentlichen Ausschreibung ermittelt. Eine Präferenz für eine Seite gebe es nicht. "Nach einer ersten Vorauswahl der Bewerber sollen die Eltern noch einmal ihre Meinung bekunden", sagt Heidrun Ludwig. Für die Auswahl gibt es diverse Kriterien. Dazu zählen unter anderem das pädagogische Konzept des Trägers, die Bereitschaft zur Übernahme der Beschäftigten sowie zu Investitionen in das Objekt.
Die Einrichtungen in Königshain und Wiederau werden bereits von den Johannitern in freier Trägerschaft betrieben. Dort habe sich laut Christine Zwinscher, Geschäftsführerin des Pflegeheimes Wiederau, der Betrieb durch den freien Träger bewährt. "Wir arbeiten eng mit den Einrichtungen zusammen. Die Tagesstätten sind nahezu ausgelastet und die geleistete Arbeit ist von hoher Qualität", sagt Zwinscher.
Das Objekt in Stein bleibt auch in der Folge in Besitz der Gemeinde Königshain-Wiederau. Der freie Träger stellt alle entstehenden Kosten für Personal und Unterhaltung der Gemeinde in Rechnung. Die Betreuung von Kindern ist eine Pflichtaufgabe der Kommunen. Diese decken entstehende Kosten aus Elternbeiträgen, Zuweisungen des Freistaates Sachsen sowie Eigenanteilen.


