Hochzeit nach chinesisch: Alexander Putzschke und seine Braut Li Wang schlüpften dafür in farbenfrohe Gewänder.
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Hochzeit auf chinesisch: Ganz klassisch in Rot
Alexander Putzschke aus Cossen heiratet am Samstag noch einmal auf der Rochsburg
Cossen. Wenn der Cossener Alexander Putzschke seine Braut am Samstag zur Hochzeit auf die Rochsburg führt, ist die Vermählung alles andere als gewöhnlich. Und auch dass das junge Paar ganz klassisch in schwarz-weiß vor den Standesbeamten tritt. Denn die Beiden haben den Bund der Ehe bereits am 9. Juni geschlossen. Zwar auch ganz klassisch, aber den Traditionen einer chinesischen Hochzeit entsprechend ganz in Rot - und in China.
Im Vergleich zu westeuropäischen Verhältnissen mehr als farbenfroh und geradezu märchenhaft verlief die Zeremonie, bei der sich der 29-Jährige und seine chinesische Braut Li Wang im südchinesischen Guilin das Ja-Wort gaben. "Viele Chinesen heiraten zwar schon nach westlichen Vorbild doch wir haben uns für diese traditionelle Form entschieden", berichtet Alexander Putzschke, der seit etwa drei Jahren in der Nähe von Hongkong lebt und arbeitet. Das bedeutet für den Bräutigam unter anderem, in ein blau-rotes Seidengewand mit Helm zu schlüpfen und wie ein Prinz auf einem Pony zum Haus der Eltern der Braut zu reiten. Dort musste er die 31-Jährige nicht nur symbolisch freikaufen, sondern auch ihre Schuhe suchen und ihr die über die Füße streifen. Erst danach durfte er seine Frau in einer geschmückten Trage durch die Stadt zur Hochzeitsfeier mit etwa 300 Gästen ins Hotel "entführen". Was an das Grimm's Aschenputtel erinnert, ist chinesische Tradition.
Der steht Alexander Putzschke offen gegenüber, ist es doch nicht seine erste Begegnung mit fremden Kulturen und Sitten. Bereits als 21-Jähriger hatte der ehemalige Peniger Gymnasiast ein Jahr Aufenthalt als Au-pair-Betreuer in Philadelphia hinter sich, bei Reisen durch die USA Land und Leute kennen gelernt. Seine Biografie liest sich fast wie Reiseberichte: ein halbes Jahr Überbrückungsaufenthalt in Australien bis zum Beginn des Touristik-Studiums, sechs Monate Praktikum in Thailand, Austauschstudium in Mexiko.
Das Praktikum in einem chinesischen Hotel führte den Cossener letztlich zu seiner Frau, den neuen Lebensmittelpunkt. Und zum neuen Arbeitgeber des frisch vermählten Paares. Bei der Arbeit im Hotelmanagement hatte Putzschke nicht nur seine 31-jährige Frau lieben-, sondern auch den Chef einer französischen Spielzeugfirma kennen gelernt. Unter dessen Führung koordiniert der junge Mann jetzt die Zusammenarbeit mit chinesischen Produzenten. Seine Frau, die zuvor die Hotelrezeption leitete, arbeitet nun an einem Event-Projekt der französischen Firma. "Wir werden also sicher in den nächsten Jahren in der chinesischen Industrieregion bleiben", so die Prognose von Alexander Putzschke. Doch in die Heimat ziehe es ihn trotzdem immer wieder zurück, obwohl das mit einer 15-stündigen Reise verbunden ist. "Wir legen großen Wert auf den familiären Zusammenhalt." Das sei auch der Grund für die zweite Hochzeit im Kreise der Verwandtschaft und Freunde in Rochsburg.

