Laut Stadtverwaltung ist der lange Winter schuld an der jetzt eingetretenen Verzögerung der Bauarbeiten am DRK-Hort in Rochlitz.
Foto: Mario Hösel
Hort öffnet erst im Oktober wieder
Stadt bestätigt Bauverzug - Im Ausweichquartier wird es enger - Kritik an kurzfristiger Information der Eltern
Rochlitz. Rochlitz. Kurz vor Schuljahresbeginn haben es jetzt auch die betroffenen Eltern erfahren: Die Sanierungs- und Neubauarbeiten am DRK-Hort in Rochlitz verzögern sich erneut. Voraussichtlich Anfang Oktober wird das Haus an der Mathesiusstraße den Nutzern übergeben. Das bestätigte am Donnerstag der Rochlitzer Hauptamtsleiter Mario Rosemann. Die im November 2009 begonnenen Arbeiten sollten ursprünglich im Juli beendet sein, noch vor wenigen Tagen war von Ende August die Rede.
Die kurzfristige Information an die betroffenen Eltern steht nun in der Kritik. Nach Ansicht von -Stadträtin Jana Lang (Die Linke) hätten die Eltern längst darüber informiert sein können, da der Bauverzug offensichtlich bereits vor Ferienbeginn absehbar war. "Dann wäre vielleicht Zeit geblieben, um gemeinsam mit Stadtverwaltung, Stadtrat und Eltern eine andere Lösung zur Unterbringung der Hortkinder zu finden", meint die Stadträtin, die sich auf Bürgeranfragen hin mit dem Thema befasst hat.
Denn Folge des Bauverzug ist: Die etwa 125 zum Schuljahresbeginn im Hort angemeldeten Kinder werden nachmittags in der Grundschule betreut. Für die meisten das schon seit Baubeginn gängige Praxis. Doch nun sind auch die jüngen Mädchen und Jungen von zwei Gruppen betroffen, die bisher ein Ausweichquartier in der Villa des benachbarten Altenpflegeheims nutzen durften. Diese Alternative existiert nicht mehr, weil die städtische Sozialservice gGmbH die Räume umbauen und eine Tagespflege einrichten will - und dabei Terminauflagen durch die Landesdirektion Chemnitz einhalten muss, wie Sozialservice-Geschäftsführer Knut Bräunlich erklärte. Der Mietvertrag zu den Räumen in der Villa mit dem DRK laufe zum 31. Juli aus. Diese Frist hat die Geschäftsleitung jetzt noch um eine Woche verlängert, doch mehr sei nicht möglich. "Die Vertragsfrist war allen Beteiligten bekannt", so Bräunlich
Das bestätigte DRK-Kreisverbandsgeschäftsführer Andreas Lamm: "Geschäftsführer Bräunlich hat sich uns gegenüber kulant gezeigt was die Villa-Nutzung betrifft." Dem Hort-Träger sei der Bauverzug bereits zum Ferienbeginn bekannt gewesen. Aber nach seiner Ansicht hätte eine frühere Information der Eltern an der jetzigen Situation nichts geändert. Diese sei nach seiner Ansicht auch für den Zeitraum von sieben Wochen nicht so gravierend, Horterzieher und Grundschulleitung seien darauf eingestellt.
Dass dies kein "Idealzustand" ist, sei, ist Hauptamtsleiter Rosemann klar. Doch ähnlich wie Lamm glaubt er nicht, dass man noch alternative Lösungen mit einem anderen Ausweichquartier gefunden hätte. "Dazu ist eine Betriebserlaubnis des Landesjugendamtes nötig." Und die sei mit schwierigen Auflagen verbunden. Die Kritik an der Informationspolitik gegenüber den Eltern lässt er gelten. "Es ist wichtig, künftig die Kommunikation unter allen Beteiligten zu verbessern."


