Michael Andreas vom Coffeeshop am Topfmarkt lockt sogar Fremde in die Region. In den Paketen für seine Kunden finden sich auch Flyer des ortsansässigen Tourismusamtes.
Foto: Mario Hösel
In leer stehende Geschäfte zieht Leben ein
Triste Schaufenster gehören rund um den Markt in Rochlitz allmählich der Vergangenheit an
Rochlitz. Rochlitz. In Gebäuden und in leer stehenden Schaufenstern rund um den Rochlitzer Markt zieht zunehmend mehr Leben ein. Ungenutzte Geschäftsräume und öde Schaufenster gaben immer wieder Anlass zur Kritik. Und die kam nicht nur von den Zuständigen für die Stadtentwicklung, sondern auch von Bürgern und Gästen der Muldestadt.
Wo einst Werbeplakate des Rochlitzer Kinos im Schaufenster der Bäckerei Sven Krause prangten, ziert es jetzt schmucke Gardinen und Blumen zuhauf. Wie vom Inhaber zu erfahren war, entsteht dort eine private Kaffeestube. Zur Belebung der Innenstadt haben zweifelsohne auch die Gaststätten "Zum Fixel" und die "Funzel" beigetragen. Auch die Landbäckerei Dietrich aus dem Zschadraßer Ortsteil Erlbach hat angekündigt, im "Löwen" ein Café zu eröffnen.
Nicht unerwähnt bleiben sollen in diesem Zusammenhang die Aktivitäten und Initiativen der Händler und Gewerbetreibenden in Vorbereitung des Fürstentages am 12. und 13. Juni in Rochlitz und Seelitz.
Karl-Heinz Wachler war ein Vorreiter, um für das historische Spektakel kräftig die Werbetrommel zu rühren. In den leer stehenden Geschäftsträumen in der Hauptstraße 25 haben nämlich vorrübergehend zwei Wettiner samt ihren Rössern Einzug gehalten. In dem gestalteten Schaufenster sind Albrecht der Entartete und Friedrich der Strenge in voller fürstlicher Pracht zu sehen. Dem Beispiel folgte der Mr. Espresso Coffeeshop am Topfmarkt 1. Das Geschäft wirbt nicht nur für Kurfürst Johannes Georg II., sondern verschickt Flyer und Aufkleber in ganz Deutschland. Inhaber Michael Andreas: "Jedes von uns versandte Paket ist mit Werbematerial von Rochlitz versehen. Die jüngste Auslieferung einer Internet-Bestellung ging nach Kassel."
Die Bäckerei & Konditorei Karsten Stölzel wirbt ebenfalls mit Fürstentag-Flyern unter anderem auch in Filialen außerhalb von Mittelsachsen. Er hat bereits konkrete Vorstellungen, wie er zum Gelingen des Tages seinen Beitrag leisten kann. "Vor dem Geschäft in der Bismarckstraße stellen wir einen altertümlichen Stand auf, wo Backwaren, die in die Zeit der Wettiner passen, angeboten werden. Wir haben es selbst mit in der Hand, den Fürstentag zum unvergesslichen Erlebnis für die Einheimischen und Gäste werden zu lassen", sagt der Vorsitzende des Gewerbevereins.


