Land setzt Rotstift an Demografieprojekt an
Kommunale Partner um Rochlitz erhalten weniger Zuschüsse
Rochlitz/Wechselburg. Rochlitz/Wechselburg. Die sächsische Landesregierung setzt jetzt auch bei der Förderung von Projekten den Rotstift an, die sich mit der Gestaltung des demografischen Wandels auseinandersetzen. Entgegen ursprünglichen Plänen steht vorläufig ein weitaus geringeres Budget dafür zu Verfügung. Das hat Dirk Müller-Thederan, Sprecher der Sächsischen Staatskanzlei, bestätigt.
Betroffen davon ist auch die im Jahr 2008 besiegelte Demografie- und Innovationspartnerschaft der Stadt Rochlitz mit Geithain, Kohren-Sahlis und Wechselburg. Die sollte in den Jahren 2010 und 2011 mit einem Gesamtbudget von 60.000 Euro fortgesetzt werden. Doch nun ist das Projekt vorerst auf ein halbes Jahr und einen Kostenrahmen von etwa 15.000 Euro geschrumpft. Wie es nach Ende August 2010 weiter geht, ist noch unklar.
Dennoch kann die Rochlitzer Rathausspitze der Nachricht aus Dresden noch etwas Gutes abgewinnen: Immerhin ist das Projekt das bisher einzige kommunale Vorhaben, dem eine Förderung mit 90 Prozent der Kosten zugesagt wurde. "Es ist zwar bedenklich, dass wir nun mit weniger Geld auskommen müssen. Doch zumindest rechtfertigen auch nach Bewertung des Freistaates die bisherigen Projektergebnisse eine weitere Förderung", meinte Oberbürgermeisterin Kerstin Arndt (FDP). Dazu zählt sie den im Vorjahr verliehenen Generationenpreis.
Ob noch weitere Anträge kommunaler Projektträger eine Chance auf Zuschüsse haben, hängt laut Staatskanzlei von der Freigabe weiterer Mittel durch das Finanzministerium ab. Voraussichtlich Ende März sei mit einer Entscheidung der Staatskanzlei zu rechnen.
Mit dem bisher veranschlagten Budget der Innovationspartnerschaft der vier Kommunen sollte vor allem die Projektbegleitung durch die Leipziger Komet-Empirica GmbH finanziert werden. Deren Geschäftsführer Hardo Kendschek hatte sich neben der Erarbeitung von Zukunftsstrategien zuletzt in Rochlitz vor allem die Belebung der Innenstadt auf die Fahnen geschrieben und Gesprächsforen dazu mit Händlern moderiert sowie Ideen aus anderen Regionen unter anderem zur Organisation des Stadtmarketings eingebracht. Dabei wurde unter anderem die Idee geboren, die Stelle eines Innenstadt-Managers zu schaffen, der vor allem Veranstaltungen und Werbeaktionen von Geschäftsinhabern und Vereinen koordinieren sollte. "Das scheitert derzeit an der Finanzierung und an dafür geeigneten Bewerbern", so Arndt. Nach ursprünglichen Vorstellungen sollte der Manager im Januar seine Arbeit aufnehmen.
Trotz geringerer Förderung durch den Freistaat sollte nach ihrer Ansicht das Demografieprojekt fortgeführt werden, notfalls auch ohne die externe Beratung.


