Lunzenau spekuliert auf Gelder der EU
Stadt will von Wechsel des Förderprogramms profitieren
Lunzenau, . Lunzenau. Die Region des Roten Porphyr ist empfangsbereit - jedenfalls für Gelder der Europäischen Union (EU). Noch bis 2013 können sowohl die Städte und Gemeinden als auch Privat- und Geschäftsleute aus dem Fördertopf für "Integrierte ländliche Entwicklung" (Ile) schöpfen. Kerstin Uhle vom Landratsamamt Mittelsachsen verweist auf die finanziellen Möglichkeiten: "Das Budget für die Region soll in diesem Jahr um etwa 50 Prozent aufgestockt werden. Momentan beträgt es 5,4 Millionen Euro. Für weitere Anträge gibt es ausreichend Spielräume."
Auf die Anreize von Ile möchte auch Lunzenaus Stadtchef Ronny Hofmann (CDU) offensichtlich nicht verzichten. Um Lunzenau mit möglichst viel öffentlichem Geld aus Brüssel und Straßburg aufblühen zu lassen, prüft er einen Wechsel des Förderprogramms. "Momentan bekommen wir für einzelne Projekte im Zentrum Förderungen aus dem Stadtentwicklungsprogramm. Das sind für dieses Jahr gerade einmal 13.000 Euro", sagt Hofmann. Daher soll nun auch der gesamte Stadtkern Lunzenaus von Ile profitieren. "Dies ist möglich, da Lunzenau weniger als 5000 Einwohner hat und somit förderfähig ist", sagt Kerstin Uhle.
Doch was haben nun die Bürger im Stadtzentrum vom avisierten Wechsel des Fördertopfes? Einige Anwohner, Gewerbetreibende und Vereine, die zwischen Muldenbrücke und Hohenkirchen ansässig sind, könnten nun durch die Ile-Förderung mehr Geld für Projekte erhalten, als im Städteentwicklungsprogramm möglich ist. "Ile birgt für uns größere Potenziale", glaubt Ronny Hofmann.
Kerstin Uhle verdeutlicht die Möglichkeiten. "Privatpersonen können alte Häuser im ländlichen Bereich sanieren und auch für eine andere Nutzung umbauen. Die Zuschüsse betragen bis zu 50 Prozent", sagt Uhle. Ziel sei es, junge Familien auf dem Land zu halten oder anzulocken.
Gewerbetreibende aus Handwerk und nun auch Gastronomie erhalten ebenfalls Investitionsanreize. So kann die Ansiedlung im ländlichen Raum unterstützt werden. "Gastronomen erhalten erstmals Zuschüsse für die Sanierung der Fassaden ihrer gewerblich genutzten Häuser", so Uhle. Auch Vereine und Kirchen können ihre Immobilien auf Vordermann bringen. Während für Kirchen unter anderem eine Erneuerung der Fassaden möglich ist, können zum Beispiel Kitas Kinderküchen einrichten lassen. Die Förderung liegt hier bei 65 bis 75 Prozent. Für die Region des Roten Porphyr stehen bis 2013 etwa 20 Millionen Euro bereit - bisher flossen sieben Millionen Euro in Projekte.


