Oberbürgermeisterin Kerstin Arndt stellte Minister Markus Ulbig vor Ort die Sanierungsvorhaben in der alten Brauerei vor.
Foto: Mario Hösel
Ministerbesuch mit Millionen-Botschaft
Markus Ulbig überbringt Fördermittelbescheide für Rochlitzer Sanierungsvorhaben persönlich
Rochlitz.
Rochlitz. Statt sich mit Debatten um den geplanten Stellenabbau bei der sächsischen Polizei oder zu Plänen für Gemeinde-Fusionen herumzuschlagen, hat sich der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU) mal "eine tolle Aufgabe" gegönnt.
Mit zwei Fördermittelbescheiden im Gepäck machte er sich auf den Weg in die sonnige Provinz und beglückte damit die Spitze der Rochlitzer Stadtverwaltung. Die ist zwar in diesen Tagen nicht die einzige Kommune, welche in diesen Genuss der persönlichen Aufwartung des Ministers kommt. Doch die Gesamtsumme von 2,24 Millionen Euro, die Bund und Land für Sanierungsvorhaben in der Stadt spendieren, ist nicht alltäglich.
"Das ist einer der schönen Seiten des Ministeramtes. Ich bin derzeit im Lande unterwegs, um die größeren Zuwendungsbescheide persönlich zu überbringen und mir die Projekte dazu selbst anzuschauen", begründete der ehemalige Pirnaer Oberbürgermeister den Ausflug, dem weitere Termine in Werdau und Waldenburg folgen sollen. Dass Sommerreisen dieser Art bald der Vergangenheit angehören, verschwieg Ulbig dabei nicht. Die Zeiten, "in der die Förderprogrammschatullen voll gefüllt waren und man sie nur auskippen musste", seien vorbei.
Entsprechend dankbar zeigte sich die Rochlitzer Oberbürgermeisterin Kerstin Arndt (FDP). Immerhin soll ein Großteil der Zuschüsse, rund 2,2 Millionen Euro, in den nächsten fünf Jahren in eines der ambitioniertesten Stadtentwicklungsvorhaben der Kommune fließen: die Sanierung des Areals rund um die alte Brauerei am Topfmarkt. Profitieren können von der Förderung aus dem Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" (SOP) auch Sanierungsvorhaben privater Hauseigentümer.
Doch im Mittelpunkt des Entwicklungskonzeptes der Stadt für das neue, jetzt von den Fördermittelgebern bestätigte Gebiet steht die Sanierung der Gewerbebrache alte Brauerei. Dort wurden bereits im Auftrag der Stadt einzelne Gebäude abgerissen. In der übrig bleibenden Kernsubstanz sollen nach einer Sanierung Gemeinbedarfseinrichtungen wie das Bürgerhaus, die hiesige Bibliothek, das Freizeitzentrum Schloßaue und Vereinsräuem angesiedelt werden.
Es existieren auch Ideen, wonach ein Herbergsbetrieb und ein Café einziehen könnten. An dem Konzept hält die Oberbürgermeisterin fest, obwohl die geschätzten Kosten dafür den nun gesetzten Fördermittelrahmen bei weitem übersteigen. "Wir haben jetzt etwa die Hälfte der Summe erhalten, die wir für die ersten drei Jahre beantragt hatten."
Einen weiteren Geldsegen aus dem gleichen Förderprogramm erhielt die Stadt für das bereits im Vorjahr bestätigte Sanierungsgebiet zwischen Leipziger Straße und Bahnhofstraße. Die 400.000 Euro entsprechen der von der Stadt geplanten Summe. Ein Teil davon könnte für den Abriss des alten Bürgerhauses verwendet werden, wie OB Arndt ankündigte.


