Blick auf einen Teil der ehemaligen Lunzenauer Mützenfabrik. Sie soll noch in diesem Jahr abgerissen werden.
Foto: Mario Hösel
Mützenfabrik soll Grün weichen
Stadt plant nach Texturseidenwerk den Abriss einer weiterer Industriebrache
Lunzenau. Lunzenau. Weil der Abriss des Texturseide-Werkes in Lunzenau deutlich preiswerter ist als ursprünglich erwartet, will die Stadtverwaltung nun mit der früheren Mützenfabrik noch in diesem Jahr eine weitere Industriebrache dem Erdboden gleichmachen. Der Stadtrat hat am Montagabend dem Vorhaben zugestimmt, geplante Zuschüsse und Eigenmittel der Stadt zu dem Vorhaben umzulenken.
Bürgermeister Ronny Hofmann (CDU) erhielt damit einen Vertrauensvorschuss der Räte. Denn noch ist nicht klar, ob die für den Abbruch der Mützenfabrik nötigen 160.000 Euro übrig bleiben. Immerhin hat die Stadt ihre Abrisspläne für das Texturseidenwerk nun noch erweitert. Demnach soll noch die Ufermauer, die direkt ans Werksgelände grenzt, zurückgebaut werden, was ursprünglich nicht zum Plan gehörte.
Wie hoch die zusätzlichen Kosten sind, ist noch unklar. "Wir prüfen das. Doch ich glaube, dass die 160.000 Euro für die Mützenfabrik übrig bleiben", so Hofmann. Auf das Ende der Abrissarbeiten beim Texturseidenwerk könne die Kommune jetzt nicht warten. Schließlich könne sie nur noch dieses Jahr mit der 90-Prozent-Förderung der Abbruchvorhaben rechnen. Danach würden die Arbeiten nur noch zu 75 Prozent bezuschusst. Die Rathausspitze sieht also hier eine einmalige Gelegenheit, mit vergleichsweise wenig Eigenmitteln zwei ihrer größten Schandflecken zu beseitigen.
Für den Abriss der "Texturseide" und der Umgestaltung in Grünfläche mit Parkplätzen hatte die Kommune ursprünglich mit rund 942.000 Euro Gesamtkosten gerechnet und dazu Fördermittel in Höhe von 848.000 Euro erwartet. Doch allein der Auftrag zum Abriss des Werkes ist mit 291.000 Euro deutlich preiswerter vergeben worden als geplant. "Wir können jetzt Fördermittel in weitere Vorhaben wie die Mützenfabrik umlenken oder müssten Restgelder zurückgeben", zeigt Hofmann die Alternativen auf.
Doch die Chance will sich die Stadt nicht entgehen lassen. Zumal die Mützenfabrik bereits seit längerer Zeit auf der Abbruchliste der Kommune steht. "Ziel ist es, den Auftrag für das Projekt dann im Juni zu vergeben." Damit könnte noch in diesem Jahr die Mützenfabrik verschwinden und auf dem Areal an der Altenburger Straße eine Grünfläche entstehen.

