Laiendarsteller Maik Bräuer vor einer Großstadtkulisse. Der Hintergrund im Kurzfilm "Das Diktat der Bilder" ist an Fritz Langs Klassiker "Metropolis" angelehnt.
Foto: Oliver Weiße
Ohne Worte: Rochlitzer qualifiziert sich mit Stummfilm für Bundesfestival
"Das Diktat der Bilder" erhält bei Landesmeisterschaften des nichtkommerziellen Films Silbermedaille
Dresden/Rochlitz. Mit seinem Kurzfilm "Das Diktat der Bilder" hat der Rochlitzer Filmamateur Oliver Weiße die entscheidende Stufe auf dem Weg zum Bundesfilmfestival Spielfilm erklommen. Bei den sächsischen Landesmeisterschaften des nichtkommerziellen Films in Dresden hat er für den Streifen eine von vier Silbermedaillen erhalten und sich für den bundesweiten Wettbewerb im Mai qualifiziert.
Zu Gold hat es zwar nicht gereicht, "jedoch gab es für mich von der Jury noch eine besondere Anerkennungsurkunde für gute Regie", erklärte der Student am Mittwoch. Sein wichtigstes Ziel sei aber die Qualifikation für den Bundesausscheid in Wiesbaden gewesen. "Nun hoffe ich, dass dort Bronze für den Film drin ist." Zuvor wird der Streifen noch einmal in Dresden gezeigt, zum Internationalen Filmfest des Filmverbandes Sachsen. "Auch das ist schon eine Ehre, denn dazu lagen 2100 Bewerbungen vor", so Weiße. Gezeigt werden vom 14. bis 19. April 70 Kurzfilme.
Bei den Landesmeisterschaften waren dagegen nur 20 Wettbewerbsbeiträge zu sehen. Von der vierköpfigen Fachjury bekam die medienkritische Geschichte des 23-Jährigen jeweils zweimal die Note "Sehr gut" und "Gut". Offensichtlich hat der 13-minütige Beitrag die Jury nicht allein der Vielzahl von elektronischen Effekten wegen beeindruckt.
"Er hat mir im Prinzip die Antwort auf die Frage gegeben, ob es heute noch möglich ist, Stummfilme zu drehen. Ja, es ist möglich", erklärte Burkhard Schmidtke, Leiter des Video- und Filmverbandes Sachsen (VFS). Der VFS ist der Landesverband der nichtkommerziellen Filmautoren und richtet den Landes-Wettbewerb aus. Schmidtke hatte den Streifen bereits beim VFS-Filmtest gesehen, bei dem sich "Diktat der Bilder" für den Landesausscheid qualifizierte.
Mit der Silbermedaille findet eine Erfolgsserie seine Fortsetzung, die Oliver Weiße so nicht erwartet hatte. Ursprünglich hatte er den Film im Rahmen seines Studiums der Germanistik, Philosophie und Geschichte an der Chemnitzer Universität erstellt. Gedreht wurde mit Laiendarstellern - Studenten und Bekannten von Weiße - unter anderem in Rochlitz und Leutenhain. Auf der Video-Expo an der Chemnitzer Universität wurde der Streifen dann Ende 2008 mit dem Publikumspreis und dem Grünen Chamäleon in Gold als bester Film prämiert. Für den Rochlitzer ein Ansporn, ihn weiteren Experten zur Bewertung vorzustellen. Jetzt hat der junge Rochlitzer auch eine eigene Webseite zu seinem Hobby als Regisseur, Kameramann und Nachbearbeiter erstellt.


