Brauereifest Nik P. war der Star des Stadt- und Brauereifestes in Penig. Schätzungsweise 6000 Besucher drängten sich bei seinem Auftritt am Samstagabend vor der Bühne.

Foto: Andy Scharf

Penig erfährt ein meteorologisches Wunder

Besucherrekord beim Stadt- und Brauereifest - Schlagerstar Nik P. lockt rund 6000 Menschen an - Blasmusikfest mit 2000 Gästen

Penig. Das passende Wetter ist an diesem Festwochenende in Penig bei weitem nicht alles gewesen, aber im Regen wäre alles nichts gewesen. Für den Peniger Bürgermeister Thomas Eulenberger (CDU) war es nach dem verregneten Freitag fast ein "meteorologisches Wunder", dass auf das Festgelände im Stadtzentrum an beiden Tagen kein Tropfen fiel. So ist es nur dem Peniger Bier zu verdanken, dass die Stimmung vor allem am Samstagabend feucht-fröhlich war. Schätzungsweise 6000 Besucher - neuer Rekord für das Stadt- und Brauereifest - drängten sich vor der Bühne auf dem Markt zum Programmhöhepunkt: dem Auftritt von Schlagerstar Nick P.

Gegen 20.25 Uhr betrat der Schwiegermutterschwarm aus Österreich mit seiner fünfköpfigen Band die Bretter, die an diesem Abend in Penig die Welt bedeuteten. Bei der 90-minütigen Show gingen die Festgäste mit: Singen, Tanzen, Kreischen und die Hände zum Himmel. Direkt vor der Bühne tummelten sich die harten Fans. Unzählige Fotos schossen sie von ihrem Nik. "Ich bin mehrere hundert Kilometer gefahren", kreischte eine junge Frau. Der Star auf der Bühne gab sich publikumsnah: Händeschütteln, Augenzwinkern und schnell noch ein Autogramm. "Ich fühle mich hier wohl. Schon beim Soundcheck haben wir gemerkt, dass die Peniger eine klasse Stimmung machen", sagte der Schlagerstar. Er selbst stammt aus einem 600-Seelenörtchen in Österreich. Wahrscheinlich auch darum fühle er sich bei kleineren Konzerten wohler. "Dann kann ich den Leuten in die Augen blicken und sehe sie mitgehen. Das ist ein tolles, intensives Gefühl." Penig kannte der Echo-Preisträger bisher noch nicht. "Ohne Navi hätten wir es auch nicht gefunden", gestand er schmunzelnd. Nach der Show war er geschafft, aber "glücklich und voller Adrenalin. Nun muss ich erstmal runterkommen. Das dauert", sagte der Stargast, der in einem Chemnitzer Hotel übernachtete.

Einen ähnlich mitreißenden Auftritt wie Nik P. hatten am Nachmittag die "Dorfrocker" aus Franken auf der Peniger Bühne geboten. "Ab geht die Lutzzzi" oder "Remmi Demmi" sind nicht nur Songtitel, sondern beschreiben das Programm der Stimmungsmacher und Brüder Philipp, Tobias und Markus. Das wollte sich der Hainichener Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) nicht entgehen lassen, der auch aus Franken stammt und zum ersten Mal das Peniger Stadtfest besuchte. Sein Amtskollege Ronny Hofmann (CDU) gehört dagegen zu den Stammgästen. Ihm gefiel besonders der Auftritt des vogtländischen Schalmeienzuges aus Auerbach. Entdeckte Hofmann doch unter den Musikern mit der ehemaligen Berthelsdorferin Tamara Hase eine gute Bekannte.

Ein bekanntes Gesicht entdeckten die Peniger am Sonntag. Mit vier gezielten Schlägen zapfte Landrat Volker Uhlig (CDU) ein Fass Festbier vom Peniger Braumeister Maximilian Hösl während des großen Festes der Blasmusik auf dem Marktplatz an. "Ein Schlag für Mittweida, für Döbeln, für Freiberg und einer für die Gastgeberstadt Penig", zelebrierte Jörn Hänsel, Koordinator des Vereins Mittelsächsischer Kultursommer (Miskus), das Anstechen. Zum ersten Mal veranstaltete der Verein gemeinsam mit der Peniger Spezialitätenbrauerei das Blasmusikfest mit sechs Kapellen. "Bier und Blasmusik passen nun mal gut zusammen", meinte Braumeister Hösl, der von der Resonanz mit über 2000 Besuchern aber überrascht war. Landrat und Miskus-Schirmherr Uhlig hat beim Festbieranstich schon viel erlebt: "Vom brillanten ersten Schlag bis hin zur Dusche." Dass die etwas kühleren Temperaturen offensichtlich den Bierausschank beförderten, blieb ihm nicht verborgen. "Das Bier läuft heute besser, als die Steuern in die Kasse", meinte Uhlig. Nach dem offenkundig auch wirtschaftlichen Erfolg des Festwochenendes in Penig - für die Veranstalter von Stadtverwaltung und Brauerei könnte sich Bürgermeister Eulenberger vorstellen, dass das Fest nächstes Jahr erneut an zwei Tagen stattfindet. Auch Miskus-Koordinator Hänsel schloss am Sonntag eine Neuauflage des Blasmusikfestes in Penig nicht aus. (mit FUN)

 
erschienen am 25.07.2010 ( Von Jan Leißner und Andy Scharf )
 
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