Die Wechselburger Bürgermeisterin Renate Naumann (links) zum Geburtstag von Ilse Jahn in Zschoppelshain. Die Seniorin feierte am Montag ihr 91. Wiegenfest.
Foto: Gemeindeverwaltung
Rathauschefs auf Gratulationstour
In den meisten Orten kommt das Stadtoberhaupt erst zum 90. Geburtstag persönlich zum Gratulieren
Rochlitz/Mittweida. Rochlitz/Mittweida. Wer in Rochlitz von Oberbürgermeisterin Kerstin Arndt (FDP) persönlich zum Geburtstag besucht werden möchte, muss schon ziemlich alt werden: Die Stadtchefin kommt ab dem 90.Geburtstag zum Gratulieren, dann wieder zum 95. Geburtstag und ab dem 100. Wiegenfest jährlich. Dazu war Arndt im vergangenen Jahr durchschnittlich alle zwei Wochen unterwegs auf Gratulationstor: bei 21 90., vier 95., zwei 100.und einem 101. Geburtstag. Neben einem Glückwunschschreiben bringt sie dabei Blumen und ein Stündchen Zeit zum Reden mit.
So wird das in den meisten Städten gehandhabt. Auch in Mittweida kommt Oberbürgermeister Matthias Damm (CDU) ab dem 90. Geburtstag zum Gratulieren. Wenn es die Gesundheit der Jubilare erlaubt, ein Glas Sekt zu trinken, dann hat Damm eine Flasche des edlen Getränks mit. Die Besonderheit: Für sie wurde eigens ein Etikett kreiert mit einer Abbildung des Marktes und den Glückwünschen des Stadtchefs. "Ich versuche, zu allen Geburtstagen zu kommen, egal, ob sie auf Wochenenden oder Feiertage fallen. Aus Achtung vor dem Alter und der Lebensleistung dieser Menschen. Und ich merke auch, dass sich die Leute freuen und es als eine Ehre und Würdigung ihrer Person betrachten", sagt Damm.
Ab welchem Alter der Bürgermeister gratuliertFoto:
Schon 15 Jahre eher, zu ihrem 75. Ehrentag, werden die Senioren in Wechselburg und Lunzenau persönlich durch den Bürgermeister beschenkt. Sie bekommen eine Glückwunschkarte und Blumen. In Wechselburg werden sie von Bürgermeisterin Renate Naumann (CDU) besonders verwöhnt. Sie kommt nicht nur dann alle fünf Jahre wieder zu Besuch, sondern ab dem 90. Geburtstag jedes Jahr. Zudem findet alle Vierteljahre eine Rentnergeburtstagsfeier statt, zu der es neben Kaffee und Kuchen ein Programm zu erleben gibt. Immer mit dabei: Kinder der Grundschule oder des Kindergartens. "Die Kinder lernen so schon von früh auf die Achtung vor dem Alter, und die Rentner freuen sich über das Dargebotene immer sehr. Sie haben das verdient. Denn in ihrem langen Leben haben sie viel geleistet. Und schließlich kommen wir alle mal dahin und wollen dann sicher auch gern umsorgt werden", sagt Renate Naumann.
Fünf Jahre später, zum 80. Wiegenfest, besucht Kriebsteins Gemeindeoberhaupt Christoph Merker (FW) die Jubilare. Dafür hat er ein ganz besonderes Geschenk mit. Es sind Bilder aus einer Trilogie, geschaffen extra für diesen Anlass vom einheimischen Grafikdesigner Ekkehart Stark. Sie zeigen einen Blick auf die Burg Kriebstein, die Grünlichtenberger Kirche und die Talsperre. Zu jedem Geburtstag gibt es nur ein Bild. Aber Ehepaare, die schon mehrere runde und halbrunde Geburtstage hatten oder über 90 sind - denn ab da gratuliert Merker jedes Jahr -, haben die Trilogie schon zusammen.
"Früher, vor mehr als 20 Jahren, haben wir auch schon ab dem 75. Geburtstag gratuliert. Aber der Altersdurchschnitt ist seitdem stark gestiegen. Heute 80 und noch einiges älter zu werden, ist keine Seltenheit", sagt Hörst Glöß (FW), stellvertretender Bürgermeister von Hainichen. Dort kommt das Stadtoberhaupt ab dem 80. Geburtstag und bei jeder neuen Null am Ende.
"Die Leute freuen sich, wenn ich gratuliere. Man sitzt zusammen, die Verwandten sind mit dabei, und so kommen auch gleich kommunalpolitische Themen mit auf den Tisch", sagt Erlaus Bürgermeister Wolfgang Ahnert (parteilos). Auch er kommt ab dem 80. Geburtstag zu den Senioren, dann zum 85., zum 90. und schließlich jedes Jahr.
In Penig erhält jeder Senior ab dem vollendeten 75. Lebensjahr eine Glückwunschkarte des Bürgermeisters mit einem Peniger Motiv. Persönliche Glückwünsche durch Bürgermeister Thomas Eulenberger (CDU) mit einem kleinen Blumengruß gibt es allerdings erst ab dem 90. Geburtstag - dann aber jährlich. "Der Bürgermeister versucht, all diese Gratulationen selbst zu übernehmen. Nur wenn es aus Zeitgründen mal gar nicht geht, nimmt ein Stellvertreter diese angenehme Aufgabe wahr", erklärt Pressesprecherin Manuela Tschök-Engelhardt. Derzeit leben in der Stadt Penig 1325 über 75-Jährige und 97 über 90-Jährige. Vierteljährlich wird außerdem eine zentrale Seniorengeburtstagsfeier für die Ortsteile Wernsdorf, Niedersteinbach, Langenleuba-Oberhain und Obergräfenhain organi


