Die Fußballer der E- und F-Jugend des BSC Motor Rochlitz beim Training auf dem Hartplatz des Vater-Jahn-Stadions. Foto: Mario Hösel
Sportvereine müssen mit weniger Geld auskommen
Rochlitz will ab 2011 diese Zuschüsse drastisch kürzen
Rochlitz. Rochlitz. Die Stadt Rochlitz stellt in diesem Jahr 40.000 Euro für die Sportvereine bereit, etwa 2000 Euro weniger als im Vorjahr. Von dem Geld profitieren 14 städtische Vereine. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte verkündet Hauptamtsleiter Mario Rosemann gleich mit: "Ab 2011 müssen wir diese freiwilligen Zuschüsse drastisch kürzen. Die sinkenden Zuweisungen vom Freistaat, abnehmenden Einnahmen aus Gewerbe- und Grundsteuern sowie die hohe Kreisumlage belasten die städtischen Finanzen stark", begründet Rosemann diesen Schritt.
Die Vereine benötigen die Zuschüsse zum Betrieb ihrer Sportstätten, für die Anschaffung von Geräten und Veranstaltungen. Der Chef der CDU-Stadtratsfraktion Klaus Kalenborn befürchtet, dass das Vereinsleben durch den Sparzwang in den kommenden Jahren zum Erliegen kommt. Das verneint jedoch Rosemann. "Soweit wird es nicht kommen. Klar ist allerdings, dass wir bei der Vergabe der geringeren Geldsummen neue Prioritäten setzen müssen", kündigt der Hauptamtsleiter an. So sei es möglich, dass künftig in erster Linie Kinder- und Jugendabteilungen finanziell unterstützt werden. "Erwachsene gehen gegebenenfalls leer aus."
Den größten Batzen bekommt auch 2010 der BSC Motor Rochlitz. Fast 18.800 Euro gibt es für die rund 700 Mitglieder - im Vorjahr waren es 16.400 Euro. Der Verein hatte 9000 Euro für den Bau einer Tribüne im Stadion beantragt, was die Kommune jedoch ablehnte.
Mit 7715 Euro erhält der Verein für Ausdauersport Rochlitzer Berg (VfA) 300 mehr als im Vorjahr. Da sich laut Vereinschef Rainer Spreer auch die Nebenkosten permanent steigen, frisst das die Erhöhung auf. Allein für das Vereinsheim zahlt der VfA jährlich 11.000 Euro Betriebskosten. Der Zuschuss von 4100 Euro ist auch für den Reit- und Fahrverein Noßwitz wichtig. Das sind zwar 300 Euro weniger als 2009, aber "selbst damit hätte ich angesichts der finanziellen Lage nicht gerechnet", so Vereinschefin Cornelia von Birgelen. Mit Einschnitte in den Folgejahren hat sie sich längst angefreundet. Um die drohenden Kürzungen ab 2011 auszugleichen, bliebe nur ein Weg: "Die Beiträge der Mitglieder müssen wahrscheinlich erhöht werden. Es wird schwer, die Einschnitte auszugleichen."


