Solveig Bamesreiter mit tierischen Pensionsgästen vor dem KS Tierparadies in Hermsdorf.
Foto: Mario Hösel
Tierischer Ansturm auf Pensionen
Katzen- und Hundebesitzer wollen ihre vierbeinigen Lieblinge während der Urlaubszeit gut betreut wissen
Rochlitz. Rochlitz. Ein Kommen und Gehen herrscht derzeit im Tierparadies im Zettlitzer Ortsteil Hermsdorf. Zehn Hunde, bis zu acht Katzen und mehrere Kleintiere kann die Tierpension aufnehmen. "Besonders in der Ferienzeit erleben wir einen riesigen Ansturm", sagt Inhaberin Solveig Bamesreiter. In der Pension müssen die Vierbeiner, wenn Herrchen und Frauchen Urlaub machen, nicht auf ihre Streicheleinheiten und Aufmerksamkeit verzichten. "Wir halten den Tagesrhythmus weitgehend ein und auch der soziale Kontakt zu den Tieren wird gepflegt", so Bamesreiter. Auch nur für einen Tag werden in Hermsdorf Tiere in Obhut gegeben.
Auch in der Tierpension von Heike Greul in Zschoppelshain ist der Andrang groß. "Seit den fünf Jahren unseres Bestehens verbringen einige Hunde und Katzen zum wiederholten Male ihre Urlaubstage bei uns", sagt Heike Greul. Bereits im Januar und Februar gehen bei ihr zahlreiche Buchungen für die Ferienzeit ein. Sie kommen nicht nur aus der unmittelbaren Region, sondern auch aus Limbach-Oberfrohna, Kaufungen, Freiberg. In der oberen Etage des Vierseithofes können vier Hunde und elf Katzen Quartier beziehen. "Die Samtpfötchen, die geimpft und entwurmt sein müssen, werden einzeln gehalten, um eine Übertragung von Krankheit zu vermeiden", erklärt Greul.
Keine Pension betreibt Angelika Kunze, Vorsitzende des Tierschutzvereins Frankenberg. "Aber uns stehen Räume in Privathäusern zur Verfügung, in denen wir Not leidende Tiere unterbringen können", erklärt sie. So werden zur Zeit drei junge Kätzchen betreut. Eine weitere ist kastriert worden und bleibt zur Genesung ein paar Tage da, ehe sie wieder zurück gebracht wird, wo sie herkam. "Die Katze hat keinen Besitzer, aber die Anwohner kümmern sich um das Tier, füttern es. Wir behalten sie nur hier, bis sie wieder fit ist nach der OP", erklärt Kunze. Auch sie wird in der Ferienzeit häufig angerufen und gefragt, ob ein Tier während der Urlaubsreise der Besitzer betreut werden kann. "Wir vermitteln die Halter dann an Tierpensionen. Allerdings nur an solche, die wir kennen", betont Kunze.
Eine der bekanntesten Tierpensionen, die auch Aufgaben eines Tierheims übernimmt, ist in der Region das Heim-Tier-Eck im Erlauer Ortsteil Naundorf. Auch dort gehen täglich Anrufe ein mit der Bitte, ein Tier aufzunehmen. "Wir machen möglich, was geht. Aber leider können wir nicht immer helfen", sagt Inhaberin Marina Fischer. Es wird daher von Fall zu Fall abgewogen, wie dringend der Fall ist und ob sich der Besitzer auch wirklich bemüht. "Denn leider kommt es immer wieder vor, dass das nicht der Fall ist, Tiere gar sich selbst überlassen werden, angeleint und allein oder einfach ausgesetzt werden. Doch das hat nichts mit der Urlaubszeit zu tun. Solche traurigen Fälle gibt es zu jeder Jahreszeit", sagt Fischer.


