Zahlreiche Ausbesserungsarbeiten sowie eine frische Beschriftung im Beckeninneren beschäftigen derzeit Schwimmmeister Günther Lottes und die Mitstreiter der Wasserwacht.
Foto: Marion Gründler
Wasserratten müssen mehr bezahlen
Geringswalder Stadträte ringen um besucherfreundliche Lösungen - Saisonstart für 13. Mai geplant
Geringswalde. Geringswalde. Was sich in der Beratung des Verwaltungsausschusses abzeichnete, mündete nun in einer überarbeiteten Entgeltordnung für das Freibad in Geringswalde. Die Satzung wurde mehrheitlich vom Stadtrat nach längerer Diskussion abgesegnet.
Obwohl vor allem Erwachsene tiefer in die Tasche greifen müssen, scheinen die Geringswalder für das Vergnügen im kühlen Nass noch gut davon zu kommen. Das Bad gehört neben der Bibliothek zu den so genannten Freiwilligkeitsaufgaben der Kommune und gilt als Zuschussgeschäft, das den städtischen Haushalt belastet.
"Wenn wir das Bad kostendeckend betreiben wollen, sind wir bei einem Preis von 7,88 Euro für die normale Tageskarte", verdeutlichte Klaus Uhlemann, Sachgebietsleiter Allgemeine Verwaltung. Bereits während der Fragestunde sensibilisierte Eberhard Heinicker (FDP) das Gremium: "Wir müssen in Dimensionen des Städtebundes denken. 25 Prozent der Badnutzer kommen aus Hartha und Waldheim. Unsere Nachbarn sollten das Freibad finanziell mit tragen helfen. Alles andere läuft auf eine unfaire Kommunalpolitik hinaus."
Peter Mehnert (SPD) regte an, die Einrichtung künftig einem privaten Betreiber auf eigenes Risiko zu überlassen. Der Vorschlag, das Bad gänzlich zu schließen, fand bei der Mehrheit der Parlamentarier kein Gehör. "Wir haben in den vergangenen Jahren 200.000 Euro in diese Anlage gesteckt", mahnte Werner Stephan (Die Linke) an. Er rannte damit bei Thomas Damm (FDP) offene Türen ein: "Eine Schließung kommt nicht infrage. Wir sollten uns auf eine freie Badbenutzung für unter 14-Jährige einigen. Und den Eintritt für Erwachsene etwas anheben", so Damm, der die Empfehlung als Antrag einbrachte und damit der Endlosdebatte ein Ende setzte.
Derweil sind Schwimmmeister Günther Lottes und seine Helfer dabei, das Areal aus dem Winterschlaf zu holen. Der Startschuss für die neue Saison soll am 13. Mai fallen. "In anderen Jahren waren wir im April schon weiter. Der lange Winter hat uns vier Wochen Verzug eingebracht", urteilt Lottes. Beim Entfernen der "Eisdruckpolster" habe er über die 25 Zentimeter dicke Eisschicht laufen können - ein Novum in all den Jahren.
Derzeit liege der Schwerpunkt bei Ausbesserungsarbeiten an Rutsche, Beckenkrone und -wänden, die Frostschäden aufwiesen. Lottes hofft, dass die Besucherzahl von 17.460 vom Vorjahr getoppt werden kann. "Das Mittweidaer Freibad wird saniert. Das könnte uns zugutekommen."


