Nach dem virtuellen Eingang zur Gemeinde Zettlitz sucht man im Internet umsonst.
Foto: Mario Hösel
Weiße Flecken im Internet
Sieben Gemeinden im Kreis verzichten bislang auf Internet-Auftritt
Zettlitz/Königsfeld/Altmittweida. Zettlitz/Königsfeld/Altmittweida. Es mag zwar nicht überraschen, dass es gerade mehrere kleine Gemeinden im Altkreis Mittweida sind, die sich bisher dem Trend zum eigenen Internet-Auftritt verschlossen haben.
Doch Größe oder Einwohnerzahl allein sind wohl nicht der entscheidende Grund für Verwaltungen, auf eine Präsentation im globalen Computernetz zu verzichten. Immerhin verfügen von 470 Städten und Gemeinden im Freistaat gerade einmal 32 nicht über eine eigene Homepage. Selbst Dörfer wie Seelitz sind im Web vertreten. Für die virtuelle Abwesenheit führen die betroffenen Gemeindechefs verschiedene Gründe an.
So sieht der Königsfelder Bürgermeister Frank Ludwig (ptl.) die Stadtverwaltung Rochlitz in der Pflicht, mit der Königsfeld schließlich eine Verwaltungsgemeinschaft bildet. "Ich gehe davon aus, dass das in der Verwaltungsgemeinschaft erledigt wird", so Ludwig. Doch die Rochlitzer Stadtverwaltung beschränkt sich bei der Vorstellung der Gemeinden Seelitz, Königsfeld und Zettlitz unter der Homepage www.rochlitz.de auf jeweils eine Seite mit Kurzporträts. Mehr sei derzeit nicht geplant, so Stadtsprecher Jörg Richter. Zumal die Gemeinden eigenständig sind und die Gestaltung weiterer Webseiten mit einem zusätzlichem Aufwand verbunden wäre.
Nutzen für Zettlitz bezweifelt
Dieser Aufwand steht nach Ansicht von Thomas Arnold (ptl.), Geringswalder Bürgermeister und seit dem Vorjahr auch Verwaltungschef der Gemeinde Zettlitz, in keinem Verhältnis zum möglichen Nutzen für die Gemeinde. "Ich lehne das nicht ab, aber der eigene Internet-Auftritt müsste auch gepflegt werden", meint Arnold. "Man kann es machen, weil es zum guten Ton gehört. Aber das ist jetzt keine Baustelle in Zettlitz", so der Bürgermeister.
Für Altmittweida kein Thema
Für den Bürgermeister von Altmittweida, Hans Steinhoff (ptl.), war und ist ein Internet-Auftritt für die Gemeinde kein Thema. Er begründet das mit seiner persönlichen Einstellung zum Thema. "Ich habe kein Interesse am Internet und kommuniziere auch nicht per E-Mail, sondern bin ein Mensch der persönlichen Kontakte. Das Internet ist kein Garant für Erfolg", sagte Steinhoff. Vertreten sei die Gemeinde auf den Webseiten der Stadt Mittweida, mit der Altmittweida seit 1999 ein Verwaltungsgemeinschaft bildet. Doch wer auf www.mittweida.de nach der Gemeinde sucht, findet nur spärliche Informationen. Steinhoff will aber nicht ausschließen, dass sich sein Nachfolger nach der Wahl im Mai für das Thema engagiert.
Musterstädte Rochlitz und Penig
Deutlich mehr Begeisterung für das Medium Internet zeigt in der Region die Stadt Penig. "Wir geben uns viel Mühe mit unserem Internet-Auftritts, weil es gerade junge Menschen anspricht", erklärt die Peniger Stadtsprecherin Manuela Tschök-Engelhardt. Die Stadt Rochlitz nutzt ihren Internet-Auftritt, um Interesse für die Muldestadt wecken. Immerhin rund 4000 "Besucher" der Webseiten wurden bislang im Schnitt pro Monat gezählt, es ist es uns gelungen, allen Akteuren, die zum städtischen Leben gehören, eine öffentliche Plattform zu bieten", so Stadtsprecher Jörg Richter.


