Auerbach putzt sein Eingangstor heraus
Bereich an der B 169 aus Richtung Rodewisch weiter aufgewertet
Auerbach. An einem attraktiven Eingangstor an der B 169 aus Richtung Rodewisch arbeitet die Stadt Auerbach. Dazu tragen aktuelle Bauvorhaben wie der Neubau des Archivs und der Abriss des maroden, nur wenige Meter entfernten Röber-Quartiers bei. Eine Vorarbeit wurde dafür bereits vor einigen Jahren mit der Sanierung des auf der anderen Seite der Bundesstraße stehenden Gartenhauses geleistet.
Fabrik wird zum Archiv
Derzeit ziehen die Bücher und Akten aus mehreren Standorten des städtischen Archivs in den Neubau an der Bahnhofstraße um. Das etwa vier Millionen Euro teure Bauvorhaben hatte Anfang 2009 mit der Entkernung der alten Wäschefabrik begonnen. "Die Arbeiten werden im Herbst beendet", sagt Bauamtsleiter Patrick Zschiesche. Aktuell richtet eine Landschaftspflegefirma die Außenanlagen her. Da die unter Denkmalschutz stehenden Nord- und Westwände aus den Baujahren 1897/98 erhalten werden mussten, wurde der "hohle Zahn" mit einem Neubau gefüllt, der alle Anforderungen eines modernen Archivs erfüllt. Zum Einsatz kommt dort auch innovative Technik der Plauener Firma e-Control. Der Spezialist in der Herstellung von Sonnenschutzverglasungen liefert Scheiben für die der Innenstadt zugewandten Gebäudeseite. Zschiesche: "Die Scheiben verdunkeln sich bei Sonneneinstrahlung von allein." Neben dem Erhalt der denkmalgeschützten Fassaden stellt das große Fenster im Konferenzraum eine bauliche Besonderheit dar.
Wundertüte Röber-Quartier
Seit den letzten Julitagen verschwinden die unansehnlichen und zum Teil baufälligen Gebäude des ehemaligen Röber-Quartiers. Die Stadt hat einen Investor an der Angel, will aber noch nicht sagen, wer dort was bauen möchte. Insofern stellt das Vorhaben städtebaulich eine Wundertüte dar. Auf jeden Fall wertet der Neubau aber nicht nur den Eingangsbereich an der B169, sondern auch das schlummernde Ende der Nicolaistraße auf. Aktuell wird die ehemalige Gaststätte Zum Göltzschtal abgerissen. Abziehen sollen die Bauleute in etwa sechs Wochen.
Klassizistisches Gartenhaus
Dass flussabwärts auf der linken Seite der Göltzsch gelegene Gartenhaus hatte bereits in der Entstehungszeit um 1834 eine Art Stadttorcharakter: Laut dem für die im Winter 2006 begonnene Sanierung zuständigen Architekten Rainer Panzert war es "eines der ersten Gebäude, die in Auerbach auf dieser Seite der Göltzsch errichtet wurden". Über drei Millionen Euro hat sich der Hauseigentümer, der vogtländischen Nahverkehrs-Zweckverband ÖPNV, die Sanierung des denkmalgeschützten, klassizistischen Gebäudes kosten lassen. Ende Oktober 2007 nahmen die ÖPNV-Mitarbeiter sowie die des Tourismusverbandes Vogtland in den neuen Büros ihre Arbeit auf. Mit dem Gartenhaus erhielt Auerbach nicht nur ein das Stadtbild prägendes Haus in neuem Glanz zurück: Viele Bürger haben dazu eine ganz spezielle Bindung, weil sich in dem Gebäude zu DDR-Zeiten ein Krankenhaus und eine Poliklinik befanden, in der damals viele Einwohner behandelt worden sind.
Landräte und Amtshauptleute
In den 1990er-Jahren wurden laut Kreissprecherin Kerstin Büttner die Gebäude saniert, in denen heute das Sozialamt des Vogtlandkreises untergebracht ist. Eines steht unmittelbar an der B 169. Ein anderes Haus wurde ab 1875 als Sitz der Amtshauptmannschaft Auerbach errichtet, recherchierte die Auerbacher Archivarin Regina Meier. Für die Häuser waren seit 1874 genau 25 Amtshauptleute, Vorsitzende des Rates des Kreises und Landräte zuständig.


