Bald weniger als 20.000 Auerbacher

Durch Bevölkerungsrückgang fließen weniger Schlüsselzuweisungen

Auerbach. Auerbach. Noch 20.089 Menschen haben am 31. Januar 2010 in Auerbach und seinen Ortsteilen gelebt. Damit nähert sich die Einwohnerzahl zum 2. Mal seit Januar 2001 der 20.000-Einwohner-Schallmauer.

Hauptursache für den Bevölkerungsrückgang ist die hohe Sterbe- im Gegensatz zur niedrigen Geburtenrate, sagt Andrea Schulze, Sachbearbeiterin im Auerbacher Einwohnermeldeamt. Bei Umzügen gab es nach ihren Worten 2009 ein leichtes Plus. Das könne den Bevölkerungsverlust durch die Sterbefälle aber nicht annähernd ausgleichen.

Das Dilemma der Stadt wird an den Zahlen für das erste Halbjahr 2009 deutlich. Dort stehen 66 Geburten 180 Todesfällen gegenüber. Im gleichen Zeitraum sind 471 Menschen nach Auerbach gezogen, während 364 Leute der Stadt den Rücken gekehrt haben.

Unterm Strich steht in den ersten sieben Monaten 2009 ein Minus von sieben Menschen. Da es ein Jahr davor ein Minus von 129 bei den Geburten und zudem 150 mehr Weg- als Zuzüge gab, verringerte sich 2008 die Bevölkerungszahl um 279.

Unter die 20.000-Grenze war Auerbach zum letzten Mal im Februar 2001 (19.975) gerutscht. Über die Schallmauer sprang die Stadt erst ab Januar 2003 mit der Eingemeindung von Rebesgrün samt Reumtengrün (21.916).

Konkrete Auswirkungen des Bevölkerungsrückgangs: Auerbach nimmt weniger Geld ein. Die vom Freistaat Sachsen an Städte und Gemeinden fließenden Schlüsselzuweisungen werden nach der Einwohnerzahl berechnet. Sie stehen den Kommunen "zur freien Verfügung und sichern damit den erforderlichen Selbstverwaltungsfreiraum zur Erfüllung der kommunalen Aufgaben", so das Sächsische Finanzministerium.

Oberbürgermeister Manfred Deckert (parteilos) hat das Ziel ausgegeben, eine gewisse Konstanz in der Bevölkerungszahl zu erreichen. "Wir müssen in der Stadt Lebensbedingungen schaffen, dass die Einwohnerzahl nicht noch viel weiter zurück geht."

Bei der Zahl der Stadträte ist Auerbach der Entwicklung zuvorgekommen. Mit Blick auf das für 2010 erwartete Durchbrechen der Schallmauer wurde der Stadtrat bei den Kommunalwahlen 2009 von 26 auf 22 Abgeordnete reduziert. Andere Veränderungen im Zusammenhang mit dem Bevölkerungsrückgang gibt es nach Auskunft von Kreissprecherin Kerstin Büttner nicht.

 
erschienen am 15.03.2010 ( Von Lutz Hergert )
 
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