Ein Meer aus Blattgrün sind die Linden an der Heinrich-Heine-Straße in Falkenstein von oben gesehen.
Foto: Silke Keller-Thoss
Beschützer der Falkensteiner Linden zählen auf Bürger
Bürgerinitiative hofft Montag auf Lösungen, im Rathaus bewegt sich etwas
Falkenstein. Annett Krupke ist neuerdings immer mit zwei Taschen unterwegs, die eine ist ihre Arbeitstasche, die andere könnte man als Baum-Tasche bezeichnen. Darin hat die 42-jährige Mitbegründerin der Bürgerinitiative "Pro-Heine-Linden" Unterlagen, die mit dem Straßenbauprojekt der Stadt für die Heinrich-Heine-Straße und dem bisherigen Bemühen um den Erhalt der an der Straße stehenden 50 Bäume zu tun haben. Auch Unterschriftenlisten hat die Falkensteinerin bei sich, um sie an geeigneter Stelle auszulegen. "Zur Bürgerversammlung am Montag werde ich auch welche mitnehmen", sagt sie.
Die Mitglieder der Bürgerinitiative haben in den letzten Tagen fleißig Unterschriften gesammelt. Wie viel bisher, kann Annett Krupke nicht sagen. Um die 1300 von Falkensteinern braucht es, damit ein Bürgerbegehren und damit ein Bürgerentscheid auf den Weg gebracht werden kann. "Die Leute, die wir um eine Unterschrift bitten, machen wir natürlich auf die Versammlung am Montag aufmerksam", sagt Annett Krupke. Darüber hinaus hat sie jeweils am Anfang und Ende der Baumreihe entlang der Heine-Straße einen Aushang angebracht, mit dem die Bürger animiert werden, zur Versammlung Vorschläge und Ideen einzubringen. In den Treppenaufgängen der AWG-Häuser in der Heine-Straße hängt ein Informationsblatt zur Veranstaltung.
Unterstützung bekommen die Falkensteiner Baumschützer unterdessen aus den Reihen der Piratenpartei Sachsen, Kreisverband Vogtland. "Wir stellen uns voll auf die Seite derjenigen Falkensteiner, die für den Erhalt der Linden kämpfen", sagt Kreisverbands-Vorsitzender Andreas Weichold. Die Bäume haben für die Piraten Symbolcharakter - für den Kampf um ein "grünes Vogtland für kommende Generationen."
Im aktuellen "Falkensteiner Anzeiger", dem Amtsblatt der Stadt, wird dargelegt, warum in den nächsten Jahren eine grundhafte Instandsetzung der Straße einschließlich des Fußweges erforderlich sei. Betont wird, dass "zu keinem Zeitpunkt die Absicht bestand, an der Heinrich-Heine-Straße einen Kahlschlag zu hinterlassen". Vielmehr werde sich die Stadt um ein Baumgutachten bemühen, heißt es in dem von Sören Voigt, Pressesprecher der Stadt, unterzeichneten Beitrag. Möglichst viele Hinweise und Vorschläge sollen aufgenommen werden, "die im Rahmen einer Gesamtbetrachtung - Straßenbau, Fußwegführung und Beleuchtung, Verkehrsberuhigung und Begrünung, Parkmöglichkeiten, Verkehrsführung und Anbindung der Wohngebiete an die Stadt - eingebracht werden". Das Interesse der Falkensteiner Bürger an Entscheidungen des Stadtrates und das Engagement zum Erhalt von Bäumen seien hoch zu schätzen, erklärt Voigt.
Service:
Die Bürgerversammlung findet am Montag, 2. Juli im Bürgersaal der Stadt Falkenstein (Rathaus) statt. Beginn ist 19 Uhr.


18:50 Uhr
Josch: Der Artikel im Falkensteiner Anzeiger ist ganz klar eine Werbeschrift für das Abholzen der Heine-Linden und eine Neuanpflanzung, durchsetzt mit den üblichen Beschwichtigungsfloskeln. Wie solche Neuanpflanzungen aussehen, kann man an den "Kracheln" mit drei Ästen und vier Blättern rund um den Falgardring sehen. Da geht kein Vogel freiwillig drauf.
Letztendlich wird die Stadt diese Naturschändung wohl durchziehen. Die Fördermittel locken doch zu heftig und das Holz ist bestimmt auch schon verteilt. In Falkenstein sind die Seilschaften zwischen Politik, Kirche und Wirtschaft so mächtig, daß es ein Wunder wäre, wenn es anders kommen sollte. Was natürlich zu wünschen wäre.
13:19 Uhr
habicht: "Der heutige Mensch ist der Natur gefährlicher geworden, als sie ihm jemals war." (Hans Jonas)
?Wir wollen nicht von den Quellen schwärmen, sondern aus den Quellen trinken; wir wollen die Blumen, die Vögel und die Schmetterlinge nicht in immer schöner aufgemachten Bildbänden, sondern ganz persönlich kennenlernen; wir wollen Lüfte einatmen und Früchte genießen, die uns nicht krank machen; und lärmfrei und unter gesunden Bäumen wollen wir in den Abend hineinträumen.?
Hubert Weinzierl (*1935), dt. Naturschützer, 1983-98 Vors. Bund für Umwelt u. Naturschutz (BUND)
?Wir müssen nicht glauben, daß alle Wunder der Natur in anderen Ländern und Weltteilen seien. Sie sind überall. Aber diejenigen, die uns umgeben, achten wir nicht, weil wir sie von Kindheit an und täglich sehen.? (Johann Peter Hebel)
00:28 Uhr
Nixe: Nixe: @JBF@mlh@&: Da meine Antwort nicht auf die Leserkommentare verlinkt wurde, und somit nicht allgemein sichtlich ist, melde ich mich hier nochmal zu Wort: Ich würde die Bürgerinitiative gerne vor Ort unterstützen. Jedoch ist es mir zeitlich im Moment doch schlecht möglich, da ich z.Z. wirklich sehr selten im Vogtland sein kann. Meine Stimme als Nichtfalkensteiner zählt leider auch nicht. Aber ich verfolge die Sache, und werde in Kontakt bleiben, bzw. versuchen von Ferne zu helfen, soweit ich vermag. Insofern gehöre ich schon zu ihrer BI ;-).
Ich bitte auch die Fachleute Naturschutz, Landschaftsplanung, Straßenbau, die das lesen, um Unterstützung der BI, um evtl. gemeinsame Lösungen zu finden.
Ein Dialog wäre schön, und ich hoffe, dass die Stadt dafür offen ist!
Vielleicht bleibt die BI auch später noch in Verbindung, und es finden sich noch mehr Menschen, die sich ihr anschließen, auch aus umliegenden Orten. Man würde mit der Zeit Erfahrung sammeln. - Vielleicht GRÜNDUNG eines NABU GÖLTZSCHTAL !?!
Was mich noch interessieren würde, wie alt sind denn die Linden genau?
www.alleen-fan.de , www.fll.de
Liebe Grüße, Nixe.