Ingrid Fiedler (links) leitet die Freiwilligenzentrale in Auerbach, die Ehrenamtliche in soziale Tätigkeiten vermitteln will. Babette Mitschke ist die Koordinatorin für die Region Auerbach vom Hospizverein Vogtland, dessen stellvertretender Vorsitzender Helmut Henke ist. Er ist der Meinung, es gibt weit mehr von einem Trauerfall Betroffene, die Hilfe brauchen.
Foto: Joachim Thoss
Diakonie will den großen Schatz der Ehrenamtlichen heben
Freiwilligenzentrale in Auerbach gegründet
Auerbach . In den sechs Monaten, seit die Freiwilligenzentrale der Diakonie Auerbach besteht, ist ihr Katalog auf 40 verschiedene Angebote, wie man sich sozial engagieren kann, angewachsen. Für ein Ehrenamt gemeldet haben sich laut Ingrid Fiedler von der Freiwilligenzentrale bislang 52 Frauen und Männer, 19 konnten vermittelt werden.
Groß sei die Nachfrage nach häuslichen Besuchsdiensten. In der Gemeinde Ellefeld wird diese Art der Nachbarschaftshilfe aufgebaut, auch beim DRK in Auerbach gibt es ein Projekt zu diesem Ehrenamt. Breit ist das Altersspektrum der Leute, die sich bislang bei der Freiwilligenzentrale für ein Ehrenamt interessierten, es reicht von 22 bis 72 Jahren. "Junge Menschen wollen Pluspunkte für ihre Bewerbung sammeln, sich neu orientieren oder berufliche Qualifikationen erwerben", weiß Ingrid Fiedler. "Ältere Menschen kommen mit der Motivation, dass sie selbst im Leben viel erreicht haben, es ihnen gut ging und sie nun etwas zurückgeben wollen. Oder sie haben den Wunsch, neue soziale Kontakte zu knüpfen oder sich einfach nützlich machen zu wollen." Ingrid Fiedler sieht eine große Verantwortung für die Träger, Ehrenamtlichen die nötige Wertschätzung entgegen zu bringen. "Dazu gehört sicher die Aufwandsentschädigung, aber auch eine gewissen Art von Fürsorge", sagt sie.
Auch die ehrenamtliche Arbeit für den Hospizverein Vogtland ist ein Angebot im Katalog der Freiwilligenzentrale. Ingrid Fiedler muss allerdings einräumen, dass dafür keine Vermittlungen möglich waren. "Die Interessenten sahen sich dann doch nicht in der Lage, solch eine schwere Tätigkeit zu übernehmen."
Weil es nicht so einfach ist, jemanden für ein Ehrenamt beim Hospizverein zu finden, sieht Babette Mitschke, Koordinatorin für die Auerbacher Region, die 50 aktiven Ehrenamtlichen als "größten Schatz". "Über 70 Schwerstkranke und Sterbende und ihre Angehörigen sowie über 30 Trauernde haben sie bereits in diesem Jahr begleitet", sagt sie. Neun von den Ehrenamtlichen engagieren sich besonders für die Trauercafés des Hospizvereins, die großen Zuspruch finden würden: Monatlich vier bis sechs Besucher hat das Trauercafé in Reichenbach, 12 bis 15 Besucher das in Auerbach. Helmut Henke, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Hospizvereins Vogtland, geht davon aus, dass es noch weit mehr Betroffene gibt, die im Trauerfall Hilfe brauchen. "Aber Tod und Sterben geschehen im Verborgenen und sind stark individualisiert. Das zu öffnen, ist nicht so leicht. Es gibt da noch viel Einsamkeit, die so nicht sein muss", sagt der Vereinsvize.
Weil die Ehrenamtlichen beim Hospizverein in der Regel begrenzt auf ein Jahr tätig sind, wird regelmäßig ein Ausbildungskurs für neue Interessenten angeboten. Der nächste findet Ende Januar statt.
Das gemeinsame Büro von Hospizverein Vogtland und Freiwilligenzentrale der Diakonie befindet sich in Auerbach auf dem Altmarkt, Altmarktpassage (Telefon Hospizverein: 03744 3098450/Telefon Freiwilligenzentrale 03744 831264). In Reichenbach hat der Hospizverein sein Büro am Nordhorner Platz 1. Informationsabende zum neuen Ausbildungskurs des Hospizvereins finden am 15. Dezember und 12. Januar, jeweils 18.30 Uhr in der Begegnungsstätte Nordhorner Platz 1 sowie am 13. Dezember, 18.30 Uhr im Auerbacher Büro, Altmarkt 6, statt.


