Entgegenkommen für Möbelkaufhaus
Verkaufsoffener Sonntag im Gewerbepark Göltzschtal anlässlich des 150-jährigen Bestehens - In Innenstadt öffnen Geschäfte samstags länger
Auerbach. Auerbach. Mit einem verkaufsoffenen Sonntag am 7. März läutet Möbel Seidel im Gewerbepark Göltzschtal sein 150-jähriges Jubiläum ein, das dieses Jahr begangen wird. Auch im Hammer-Fachmarkt im Gewerbepark ist dieser Sonntag ein verkaufsoffener. In Auerbachs Innenstadt hingegen bleiben am Sonntag die Läden geschlossen.
Einen Sonntag verloren
"Wir haben kurzfristig einen verkaufsoffenen Sonntag verloren", bedauert Uwe Prenzel, der dem Auerbacher Gewerbeverein "Wir in Auerbach" (Wia) angehört und zwei Textilgeschäfte in der Innenstadt betreibt. "Ich hätte liebend gern aufgemacht", sagt er, weiß aber, dass er damit allein gewesen wäre. Dafür setzt er große Hoffnungen auf den Startschuss für eine neue Aktion der Innenstadthändler: die lange Öffnung am Samstagnachmittag bis 16 Uhr. "25 Händler vom Altmarkt bis Neumarkt werden sich beteiligen, die großen sind alle dabei", so Prenzel. Jeder stellt für sich Überlegungen an, mit welchen Angeboten Kunden gelockt werden können, der Nachmittag soll sich in jedem Fall von den normalen Wochentagen unterscheiden. Jeden Samstag soll das von nun an so in Auerbachs Innenstadt so sein. "Wir werden dafür einen langen Atem brauchen", weiß Prenzel. Für ihn macht die Aktion aber nur dann einen Sinn, wenn sie über eine lange Dauer fortgeführt wird. "Da müssen auch die kleineren Geschäfte mitziehen."
Gewerbepark und Innenstadt eins
Weil anders als in früheren Jahren nur vier verkaufsoffene Sonntage zur Verfügung stehen und Gewerbepark und Innenstadt in dieser Frage als eins gesehen werden, bleiben Auerbach somit nur noch drei Sonntage, an denen die Geschäfte geöffnet werden dürfen. Das wird in diesem Jahr traditionell zweimal im Advent und einer zum Landeserntedankfest sein. Töpfermarkt oder Altmarktfest sind damit ausgeschlossen. Manche Innenstadthändler von Auerbach waren ohnehin der Meinung, dass sich zu diesen Festen verkaufsoffene Sonntage nicht lohnen.
In Rodewisch allerdings hat man sich entschieden, den Aktivitäten im Gewerbepark Göltzschtal zu folgen, deshalb hat die Stadtverwaltung die Option eingeräumt, dass Händler in der Innenstadt am 7. März ihre Geschäfte öffnen können. Allein, dem Ansinnen folgt in Rodewisch niemand, war aus dem dortigen Rathaus zu erfahren. "Wir sind dem Wunsch von Möbel Seidel gefolgt, was die Innenstadthändler machen, ist deren Sache", so Rodewischs Bürgermeister Erhard Meier.
Seit einem Urteil des Oberverwaltungsgerichtes von 2008 ist es nicht mehr möglich, in unterschiedlichen Stadtteilen unterschiedliche Verkaufssonntage zuzulassen. Seitdem muss Auerbach mit vier Sonntagen zurechtkommen und seitdem schwelt ein Konflikt zwischen Möbel Seidel im Gewerbepark und Innenstadthändlern - in diesem Jahr wurde er zugunsten des Möbelhändlers entschieden, auch wegen des 150-jährigen Bestehens als besonderem Anlass.
Frühjahr für Seidel ideal
Für Manfred Seidel ist der verkaufsoffene Sonntag im Frühjahr ideal. "Die ersten drei Monate im Jahr bringen für unsere Branche die besten Umsätze. Im Dezember nützen uns verkaufsoffene Sonntage hingegen nichts, da kauft keiner Möbel", so Seidel, der froh darüber ist, dass man sich mit der Stadt über den Termin einigen konnte. Sachsens ältestes Möbelhandelsunternehmen geht auf die 1860 vom Ururgroßvater gegründete Tischlereiwerkstatt mit angeschlossenem Ladengeschäft in der Auerbacher Königstraße zurück. Da das eigentliche Gründungsdatum im November liegt, plant Möbel Seidel auf Ende des Jahres noch eine Festveranstaltung zur Würdigung des Jubliäums. An den Standorten in Auerbach, Rodewisch (Abholmarkt), Schwarzenberg, Lößnitz und neuerdings Chemnitz (Küchenmarkt) hat das Unternehmen insgesamt 110 Mitarbeiter.


