Solveig Speck (links) und Sandra Bartsch vom evangelischen Schulverein Auerbach und Schulleiter Matthias Flade freuen sich auf den baldigen Start der evangelischen Grundschule Göltzschtal in Reumtengrün.
Foto: Silke Keller-Thoß
Evangelische Grundschule ist startklar
Elf Kinder bilden die erste 1. Klasse - Stadt begrüßt Vorhaben des Vereins, im Göltzschtal christliches Gymnasium zu etablieren
Reumtengrün. Reumtengrün. "Wir sind startklar. Wir haben sämtliche Genehmigungen, die Verträge mit den Eltern, der Klassenraum ist fast fertig und der Stundenplan steht", so hat am Donnerstag Matthias Flade den Stand der Vorbereitungen auf das 1. Schuljahr der evangelischen Grundschule Göltzschtal, deren Leiter er sein wird, beschrieben. Der evangelische Schulverein Auerbach wird mit Beginn des neuen Schuljahres ein Viertel der Räumlichkeiten der Grundschule Reumtengrün, deren Auslaufen beschlossene Sache ist, nutzen.
Sechs Mädchen und fünf Jungen kommen in die 1. Klasse der evangelischen Grundschule. "Für das nächste Jahr liegen uns 20 Anmeldungen vor, es gibt schon eine Warteliste", so Sandra Bartsch, 1. Vorsitzende des evangelischen Schulvereins. In Reumtengrün werden die staatliche und die evangelische Grundschule bis 2013 weiter nebeneinander existieren. Matthias Flade geht davon aus, dass es "ein komplikationsloses Nebeneinander" geben wird. Er sei "offen für gemeinsame Projekte". Insgesamt vier Lehrer wird es für die evangelische Schule in Reumtengrün geben, neben dem Schulleiter sind das noch Honorarkräfte für Musik, Religion und Sport.
Für die Kinder der evangelischen Schule beginnt der Schultag eine Viertelstunde später mit dem Morgenkreis. Und auch ansonsten wird sich der Ablauf des Ganztagesunterrichts, der bis 15 Uhr geht und auch Doppelstunden vorsieht, nicht an dem Pausenklingeln der staatlichen Schule orientieren. "Ich zweifle sowieso die Notwendigkeit eines Gongs an, ein Pädagoge muss von sich aus einschätzen können, wann die Kinder müde sind." Im Klassenraum wird es statt der sonst üblichen frontalen Sitzordnung Sitzgruppen und einzelne Bereiche für die verschiedenen Unterrichtsfächer geben.
Knut Kirsten von der Auerbacher Schulverwaltung schätzt als positiv ein, dass mit der evangelischen Grundschule Vielfalt in die Schullandschaft der Stadt kommt. Weil anders als bei den staatlichen Grundschulen die Schulbezirke für die evangelische nicht gelten, sieht Kirsten den Vorteil, dass auch Kinder von anderen Kommunen nach Auerbach kommen. Zurzeit sucht der evangelische Schulverein nach einem Gebäude, um ein christliches Gymnasium im Göltzschtal zu etablieren. Auch dieses Vorhaben werde von der Stadt begrüßt. Dabei sei der Verwaltung durchaus bewusst, dass die neuen Einrichtungen Einfluss auf das staatliche Schulsystem haben werden. Den sich daraus entwickelnden Wettbewerb findet Kirsten "interessant".
Eltern, deren Kinder die evangelische Grundschule besuchen, müssen pro Monat 60 Euro Schulgeld bezahlen. Der evangelische Schulverein muss die ersten drei Jahre, in denen die Schule aufgebaut wird, ohne staatliche Unterstützung auskommen. Weil man eben keine Million zur Sanierung eines Schulgebäudes aus der Vereinskasse aufbringen konnte, habe man sich über die Möglichkeit zur Übernahme der Reumtengrüner Schule, die in einem sehr guten Zustand sei, gefreut, so Solveig Speck, 2. Vorsitzende des Vereins. Für einen reibungslosen Schulstart haben zudem viele Auerbacher und Reumtengrüner mit ihrer Hilfe bei der Vorbereitung gesorgt.


