Gedächtnis der Stadt bald unter einem Dach
Trotz Verzögerung soll am Fertigstellungstermin Frühjahr 2011 fürs neue Auerbacher Archiv festgehalten werden
Auerbach. Auerbach. "Ich kann schon genau sagen, was wo im neuen Archiv stehen wird, bis hin zum Papierkorb." Aus den Worten von Regina Meier, Leiterin des Stadtarchivs Auerbach, spricht die Vorfreude auf den Umzug ins neue Gebäude, das derzeit unweit vom Rathaus entsteht. Im Frühjahr 2011 soll es so weit sein.
Dann werden das historische Archiv, derzeit noch im ehemaligen Herrenhaus an der Schlossstraße, das Verwaltungsarchiv, jetzt vollkommen beengt im Keller des Rathauses untergebracht, und das Bauarchiv, das im Dachboden des Rathauses lagert, in einem Gebäude vereinigt sein. Hinzu kommen die jetzt noch ausgelagerten Bestände. Vor allem was das Verwaltungsarchiv betrifft, sind die derzeitigen Zustände der Lagerung alles andere als zufrieden stellend. Einige der Akten sind bereits von Schimmelpilz befallen. "Im neuen Haus werden wir klimatisierte Räume haben", weiß Regina Meier. Ein großer Leseraum mit entsprechender Technik, um auch verfilmte Zeitungen lesen zu können, ein Mehrzweckraum, in dem Veranstaltungen unter anderem mit Schulklassen stattfinden können, und natürlich der Fahrstuhl im Gebäude machen das neue Archiv benutzerfreundlich. "Und auch für uns verbessern sich die Arbeitsbedingungen", freut sich die Archivleiterin. So wird es erstmals Räume für die Bestandspflege geben, wo man die Akten reinigen kann.
Der Bestand des Auerbacher Archivs liegt bei etwa 3000 laufenden Metern. Davon sind 500 laufende Meter im historischen Archiv. Das verfügt seit 1997 bereits über klimatisierte Räume und Rollregalanlagen, wie sie im neuen Archiv zur Ausstattung gehören werden. Die ältesten Dokumente aus der Auerbacher Geschichte sind Bürgerrechtsunterlagen von 1732 und Innungsakten von 1765. "Von Auerbach fehlen die Geburtsurkunde und ein großer Teil der Kindheit und Jugend", macht Regina Meier klar, dass durch die großen Stadtbrände vieles zerstört wurde. Nach 1834 gibt es allerdings einen umfangreichen Bestand an Verwaltungsakten, und das historische Zeitungsarchiv setzt bereits bei 1894 ein.
Ins Verwaltungsarchiv kommen alle aktuellen Unterlagen aus dem Rathaus. "Jedes dieser Papiere wird auch einmal Geschichte sein", verweist Regina Meier darauf, dass das Archiv das Gedächtnis einer Stadt ist. Aus ihrer Arbeit weiß sie, dass das Interesse an der Geschichte zunimmt. Allein in den ersten Wochen dieses Jahres gab es im Archiv 90 Benutzer und über 70 Anfragen. Heimatforscher und Ortschronisten, auch von anderen Städten, Schüler, aber auch Privatpersonen, zählen zu den Nutzern.
In das neue Stadtarchiv werden insgesamt vier Millionen Euro investiert, ein Drittel davon bringt die Stadt auf. Für das neue Archiv wurde die ehemalige Wäschefabrik an der Bahnhofstraße abgerissen - bis auf die Fassaden an zwei Seiten. Der Neubau wird mit diesen verbunden.
Service:
Genutzt werden kann das Archiv zu den Öffnungszeiten des Rathauses. Eine vorherige Anmeldungen unter 825151 wird empfohlen.


