Hausschwamm macht Kirchturm zu schaffen
Sanierung an Falkensteiner Stadtkirche unumgänglich
Falkenstein. Falkenstein. Eine Teilsanierung des Turmbereiches der Stadtkirche "Zum Heiligen Kreuz" ist unumgänglich. Zu dieser Einschätzung gelangt ein Gutachten, das diverse Messergebnisse und Untersuchungen vereint und im Auftrag der evangelischen Kirchgemeinde Falkenstein erstellt wurde.
"Unsere Vermutungen hinsichtlich des stark beeinträchtigten Zustandes der Holzbalken haben sich bestätigt", sagte Pfarrer Jörg Grundmann. Mehrere Turmbalken seien vom Echten Hausschwamm sowie vom so genannten Tannen- und Zaunblättling, einer Schadpilzart, befallen. "Feuchtigkeit und andere Witterungseinflüsse haben das Wachstum der Schädlinge begünstigt", berichtet der Pfarrer. Danach befinden sich die schadhaften Stellen vor allem an den Verbindungsstücken zwischen Balken und Turmgemäuer, den so genannten Balkenschuhen. Betroffen sind drei Bereiche: Neben den Deckenbalken in der Glockenstube und im Uhrenraum wurden auch Bodenbalken auf der Zugkranzebene in Mitleidenschaft gezogen.
Wie soll es weitergehen? "Zunächst wollen wir mit Zimmerleuten über Art und Weise einer Sanierung sprechen und Angebote einholen", blickt Jörg Grundmann voraus. Die praktische Ausführung der Arbeiten im Inneren des rund 72 Meter hohen Kirchturmes könnte allerdings einige Tücken bergen. So werde beispielsweise der Materialtransport zu den Turmgeschossen als schwierig eingeschätzt.
Auf die Frage, wann ein Start der Bauarbeiten denkbar sei, hält sich Grundmann zurück: "Ich hege die Hoffnung, dass sich noch dieses Jahr etwas tut." Denn bevor es losgehen kann, muss die Finanzierung geklärt werden. "Einen Großteil der Baukosten werden wir über Spenden absichern müssen", stellt der Pfarrer klar. Die Bauförderung durch die Landeskirche sei rückläufig. Da das Gotteshaus unter Denkmalschutz steht, hoffe man zumindest auf einen Zuschuss von der Denkmalbehörde.
Eine Sperrung des Turmes sei nicht vorgesehen, da er für die Öffentlichkeit ohnehin nicht zugänglich ist. Grundmann: "Momentan sieht es so aus, dass auch die Posaunenbläser zu ihren wöchentlichen Auftritten oben am Turmkranz weiterhin spielen können."
Die am 3. Oktober 1869 geweihte Stadtkirche war schon öfters Schauplatz aufwändiger Bauarbeiten. Auch der steinerne Teil des Kirchturmes war bereits vor geraumer Zeit saniert worden.


