Eli Henry, Madde Brown, Solomon Wilharm und Neil Lefebure (hinten von links), gehören zu den 26 Schülern aus dem US-Staat Iowa, die diese Woche im Auerbacher Gymnasium zu Gast sind. Sie wohnen bei den Familien von Annegret Schnabel, Lisa Gross, Martin Tischendorf und Alina Reinfried.
Foto: Joachim Thoß
Kennenlernen in Deutsch und Englisch
26 Schüler aus dem US-Staat Iowa sind für fünf Tage in Auerbach zu Gast - Dauerhafte Freundschaften in den letzten Jahren entstanden
Auerbach. Auerbach. Lederhosen, Bratwurst, Rammstein auf der einen Seite, Nationalstolz, Football und Fastfood auf der anderen. Was wissen Deutsche über Amerika und umgekehrt Amerikaner über Deutschland? Das wollte am Donnerstag Lehrerin Eva-Maria Haueis im Leistungskurs Englisch am Goethe-Gymnasium Auerbach nicht nur von ihren eigenen Schülern wissen, sondern auch von Eli Henry, Solomon Wilharm, Madde Brown und Neil Lefebure. Die vier gehören zu den 26 Jugendlichen aus dem US-Bundesstaat Iowa, die für fünf Tage in Auerbach zu Gast sind.
Seit sechs Jahren schon pflegt das Auerbacher Gymnasium den Kontakt zur Prairie Highschool in Cedar Rapids in Iowa. Organisator ist eine amerikanische Lehrerorganisation, deren Anliegen es ist, jungen Amerikanern durch Reisen die Gelegenheit zu geben, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern und Respekt und Verständnis für andere Völker und Kulturen zu gewinnen.
Das Sprechen in Deutsch bereitet noch einige Schwierigkeiten, zeigte sich im Unterricht. Deshalb stellte Eva-Maria Haueis ihre Fragen mal in Deutsch, mal in Englisch. Paul Knaus, Deutschlehrer der amerikanischen Schüler, konnte mit seinem perfekten Deutsch aushelfen, schließlich ist er mit einer Frau aus Schleswig-Holstein verheiratet und hat selbst dort sieben Jahre gelebt. Auch Michael Dankert und Sara Koppenhaven, die beiden anderen begleitenden Lehrer, halfen aus, wenn es darum ging, über das Leben in den USA zu erzählen. Verblüfft waren die deutschen Schüler darüber, dass Aktivitäten nach der Schule wie Football oder das Spielen in einer Band nur so lange erlaubt werden, wie die Leistungen in der Schule stimmen. Solomon berichtete davon, dass sein Training fürs Football schon am Morgen vor der Schule beginnt und sein Tag manchmal elf, zwölf Stunden dauert, weil nach der Schule noch einmal Training angesagt ist.
Zwei Wochen sind die amerikanischen Schüler in Deutschland unterwegs, zunächst führte sie ihre Reise nach Berlin. "Eine tolle Stadt mit so vielen Menschen", meinte Solomon, der das erste Mal Europa besucht, wie die anderen drei auch. Im Vogtland findet er die hohen Berge cool, "bei uns gibt es nur flaches Land". "Viel mehr Bäume und Städte und Dörfer, die eng beieinander liegen", sieht Madde als Unterschied zu ihrer Heimat. "Wir haben viel Landwirtschaft, viele Kühe." Bemerkenswert finden die amerikanischen Jugendlichen, dass man auf den deutschen Autobahnen so schnell fahren kann, mitunter sogar ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Das kennen sie aus ihrer Heimat nicht. Von Mittwoch bis Freitag nehmen die amerikanischen Schüler am Unterricht im Gymnasium teil, untergebracht sind sie bei Auerbacher Familien. Wie sich herausstellte, mögen alle Knödel. "Aber ansonsten essen die alle wie die Spatzen", musste Lisa Gross zur Kenntnis nehmen, dass Madde, die bei ihr wohnt, das Rotkraut zum Sauerbraten verschmähte.
Samstag heißt es für die amerikanischen Jugendlichen Abschied nehmen von Auerbach. Danach geht es für sie noch nach München. "Es ist kein Austausch im eigentlichen Sinne, das heißt, es werden nicht zwangsläufig unsere Schüler in die USA reisen, was ja auch eine Frage des Geldes ist", erklärt Eva-Maria Haueis. "Aber es sind in den letzten Jahren durch den Besuch der Amerikaner schon dauerhafte Freundschaften entstanden."

