Annika Tröger vom Gymnasium Markneukirchen und Anna-Maria Baumgartl von Mittelschule Lengenfeld (von links) haben in diesem Jahr den Vorlesewettbewerb in Auerbach gewonnen.
Foto: Silke Keller-Thoß
Lesetraining mit der Stoppuhr im Bett
Anna-Maria Baumgartl und Annika Tröger siegen beim Vorlesewettbewerb der 6. Klassen auf Kreisebene
Auerbach. Auerbach. Freude und Enttäuschung liegen oft eng beieinander. So auch beim Kreisausscheid des 51. Vorlesewettbewerbs der 6. Klassen am Samstag in der Göltzschtalgalerie Nicolaikirche. Anna-Maria Baumgartl von der Mittelschule Lengenfeld und Annika Tröger vom Gymnasium Markneukirchen hatten die Nase vorn und qualifizierten sich für den Bezirksausscheid. "Es gibt nur Gewinner und zweite Plätze", fand Anja Schamberger von der Auerbacher Stadtbibliothek, die den Wettstreit gemeinsam mit der Göltzschtalgalerie und der Buchhandlung "Buch & Kunst" ausrichtete, zur Siegerehrung tröstende Worte für alle anderen Teilnehmer.
"Ich habe gezittert ohne Ende", verriet Annika Tröger im Nachhinein. Beim Ausscheid auf Schulebene sei das Ganze nicht so dramatisch gewesen. "Es ist aber etwas ganz anderes, wenn man vor fremden Leuten sitzt." Um sich optimal vorzubereiten, setzte die Elfjährige auf eine verhältnismäßig realitätsnahe Methode: "Ich habe abends im Bett mit der Stoppuhr gelesen", erklärte sie. Als Publikum fungierten die Geschwister. Letztendlich holte sie bei ihren Deutschlehrern noch zielstrebig Ratschläge ein.
Sieben Mittelschüler und fünf Gymnasiasten waren ins Rennen gegangen. Zwei Hürden im Umfang von jeweils drei Minuten galt es zu nehmen: Während zunächst aus dem mitgebrachten Lieblingsbuch gelesen wurde, hieß es in der zweiten Etappe, Passagen eines unbekannten Werkes vorzutragen. Diesmal hatte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels als Wettbewerbsinitiator eine Detektivgeschichte mit dem Titel "Die drei Fragezeichen - Spuk im Netz" von Astrid Vollenbruch ausgewählt.
Bevor es nach einer Pausenstärkung vom Kuchenbüfett um die sprichwörtliche Wurst ging, verordnete Krimiautor und Liedermacher Steffen Mohr aus Leipzig ein schnell wirksames Entspannungsrezept: lustige Lieder und spannende Rätselkrimis aus seinem brandneuen Buch "Im Auftrag des Herrn", bei denen nicht nur Zuhören erwünscht war, sondern auch Mitmachen.
Wenig später standen Buchhändlerin Gertraude Männel, Autorin Maren Schwarz, Frieder Spitzner von der Vogtländischen Literaturgesellschaft Julius Mosen, Bibliothekarin Ute Simon und Stadtsprecher Hagen Hartwig als Jury vor der ihren Angaben zufolge nicht ganz einfachen Aufgabe, die Besten herauszufiltern. Bewertet wurden Lesetechnik, Textgestaltung und Textverständnis. "Zwar haben die Teilnehmer in diesem Jahr etwas weniger Selbstbewusstsein gezeigt", resümiert Hartwig, "die Qualität war aber genauso gut."


