Rat stellt sich den Bürgern
Am Mittwoch lange geforderte Einwohnerversammlung zur Zukunft von Bergen
Bergen. Bergen. Eingemeindung nach Falkenstein - oder doch nicht? Zur Einwohnerversammlung am Mittwoch, 19 Uhr im Bürgerbegegnungszentrum sind die Bergener aufgerufen, ihre Erwartungen, Befürchtungen und Ansichten zu dem vom Gemeinderat eingeleiteten Anschluss an Falkenstein zu äußern. Dann wird es auch die von Anschlussgegnern seit Wochen eingeforderte Stellungnahme des Rates geben. Mit einer Unterschriftensammlung hatten sie darauf gedrängt, dass die Versammlung einberufen wird.
In zwei Lager hat der am 22. Juni gefällte Beschluss Bergen geteilt. Einige postulieren, die Bürger seien vor vollendete Tatsachen gestellt worden und die Entscheidung im stillen Kämmerlein ohne Einbeziehung der Bürger zustande gekommen. Zudem wird befürchtet, dass mit dem Anschluss an Falkenstein Bürgernähe verloren gehe. Die Zukunft liege darin, den Verwaltungsverband Jägerswald zur Einheitsgemeinde weiterzuentwickeln. Andere wiederum stehen hinter dem Rat und sehen in der Veränderung eine Chance für ihr Dorf und finanzielle Vorteile. Sie verweisen auf die historische, kulturelle und kirchliche Bindung Bergens, bestehende Verkehrsanbindung und die weiterführenden Schulen in der Stadt. Auch auf die Auseinandersetzungen um die Zukunft Bergen in den 1990er-Jahren wird verwiesen.
Wird die Eingemeindung am 1. Januar 2011 Realität, hat das nicht nur für Bergen, sondern auch für den Verwaltungsverband Jägerswald Konsequenzen. Am 10. August hatte der Gemeinderat Bergen beschlossen, dem Verband den Rücken zu kehren. Damit erklären sich allerdings die anderen Mitgliedsgemeinden Werda, Theuma und Tirpersdorf nicht einverstanden. Sie haben in der Verbandsversammlung am 18. August gegen den Austritt Bergens und für die Bildung einer Einheitsgemeinde gestimmt.
Im Gegensatz zu den Austrittsbefürwortern befürchten die Bürgermeister der anderen Gemeinden gravierende Auswirkungen auf die Region, etwa die Bildungseinrichtungen. Verwaltungsverbandschefin Carmen Funke, zugleich Bürgermeisterin von Werda, betont in diesem Zusammenhang, dass nach dem Abschied Bergens "ein weiterer Bestand der Grundschulen in Werda und Tirpersdorf mehr als nur infrage stehen dürfte".
Das letzte Wort in beiden Verfahren haben Landratsamt als Rechtsaufsichtsbehörde und Innenministerium. Verliert Bergen ab 1. Januar 2011 seine politische Selbstständigkeit, tritt Falkenstein die Rechtsnachfolge im Verwaltungsverband Jägerswald an.


