Ute Fritzsche ist Ausstellungsleiterin des Förderzentrums für Arbeit und Qualifizierung Chemnitz, das einen Großteil der Exponate zur Ausstellung "Marke Eigenbau - Kreatives findiger Leute" beisteuert, die jetzt im Auerbacher Museum zu sehen ist. Dazu gehört auch der selbst gebaute Porsche, Baujahr 1965.
Foto: Silke Keller-Thoß
Schau zeigt Kreatives findiger Leute
"Marke Eigenbau": Auerbacher Museum erinnert mit Sonderausstellung an Improvisationsgeist aus Zeiten der Mangelwirtschaft in der DDR
Auerbach. Auerbach. "Marke Eigenbau - Kreatives findiger Leute" heißt die neue Sonderausstellung im Museum Auerbach, die ab Samstag zu sehen ist.
Wie der Name schon sagt, geht es um alles das, was findige Köpfe zu DDR-Zeiten bastelten, um zu bekommen, was es wegen der latenten Mangelwirtschaft in den Geschäften nicht zu kaufen gab. Die Palette reicht von der Heimorgel aus zwei Akkordeons über Kettensäge und Rasenmäher bis hin zu Kinderspielzeug und Computer-Arbeitsplatz. Der Großteil der Exponate kommt von einer Chemnitzer GmbH, dem Förderzentrum für Arbeit und Qualifizierung. Nach der Wende als Auffanggesellschaft für aus dem Maschinenbau gekündigte Mitarbeiter gegründet, war und ist das Ziel der Gesellschaft die Darstellung von DDR-Zeitgeist anhand von originalen Objekten im Rahmen von Wanderausstellungen. Mit diesen war man schon an über 100 Orten in ganz Deutschland zu Gast.
Neben den rund 200 Exponaten der Chemnitzer Gesellschaft zeigt das Museum aber auch Ausstellungsstücke, die von Leuten aus Auerbach und Umgebung als Leihgaben nach einem Aufruf gebracht wurden. Dazu gehört das "Drike", ein komplett selbst gebautes Dreirad von Klaus Jäckel aus Vogelsgrün. Weil auch noch andere Fahrzeuge und Maschinen Teil der Ausstellung sind, wird es dieses Mal auch einen Außenbereich für Besucher zu entdecken geben. Dafür muss man sich über den Schlosshof in die zum ehemaligen Rittergutsgebäude gehörenden Wagenhallen begeben. Dort findet man sogar einen Porsche, Marke Eigenbau, von Dieter Müller aus Chemnitz zusammengebaut.
Die Idee zur Ausstellung "Marke Eigenbau" kam Museumsleiterin Simona Jungmann schon zur Weihnachtsausstellung "Wir unterm Tannebaam in vier Jahrzehnten DDR". Dafür hatte das Museum schon selbst gebastelte Antennen, Verstärker und andere Gerätschaften als Leihgaben bekommen. Mit der neuen Sonderschau hofft Simona Jungmann auch zum Landeserntedankfest in Auerbach - bis dahin wird sie geöffnet sein - viele Besucher anzulocken. "Marke Eigenbau" schließt unmittelbar an die Schau "Produkte made in Auerbach" an. Viel Zeit blieb den Museumsmitarbeitern zum Umbau nicht. "Die letzten fünf Tage waren für uns wirklich arbeitsreich", so die Museumsleiterin. Wie auch bei der Ausstellung "Produkte made in Auerbach" gibt es jetzt wieder eine Vitrine "Ihre Verspäteten". Das heißt, wer von den Besuchern beim Rundgang durch die Ausstellung an selbst Gebasteltes, das zuhause in Boden oder Keller lagert, erinnert wird, der kann es als Leihgabe noch dem Museum zur Verfügung stellen.
Service
Sonderausstellung "Marke Eigenbau - Kreatives findiger Leute" im Museum Auerbach, Schlossstraße 11, bis 12. September; Öffnungszeiten Dienstag bis Freitag, 10 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr, Sonnabend und Sonntag, 14 bis 18 Uhr.


