Jürgen Görner ist seit 1988 Staumeister in Muldenberg. Von 2001 bis 2007 wurde der Stausee saniert. Foto: Harald Sulski
Talsperre Muldenberg für Preis nominiert
Landestalsperrenverwaltung schlägt saniertes Bauwerk für Sächsischen Staatspreis vor - Thema 2010: Wasser-Bau-Kultur - 14 Bewerber
Muldenberg. Muldenberg. Die Sanierung der Talsperre Muldenberg in den Jahren 2001 bis 2007 "war eine herausragende Arbeit. Außerdem handelt sich um ein architektonisch sehr gelungenes Bauwerk", sagt Eberhard Jüngel. Deshalb wurde die Talsperre vom Betriebsleiter Zwickauer Mulder/Obere Weiße Elster der Landestalsperrenverwaltung für den Sächsischen Staatspreis für Baukultur 2010 vorgeschlagen.
Eine Prognose, ob es für den Stausee unter den 14eingereichten Vorschlägen zum Preis oder einer besonderen Erwähnung reicht, will er nicht abgeben. "Ich weiß ja nicht, welche Bauwerke noch vorgeschlagen worden sind." Das Einreichen des Muldenberger Stausees erfolgte in Absprache mit den beteiligten Baufirmen und Planern.
"Die Sanierung einer so alten Anlage ist immer schwieriger als ein Neubau", erklärt der Betriebsleiter. Betagte Staumauern haben nach den Worten des Wasseranlagenbauers dabei einen besonderen Reiz: "Talsperren sind immer Unikate. Besonders die vor dem Zweiten Weltkrieg gebauten sind architektonisch sehr schön strukturiert. In Muldenberg sind zum Beispiel die Überläufe eine Augenweide." Eine Besonderheit stellen auch einzelne Steine in der Mauer da, die aus der ansonsten glatten Luftseite etwas herausragen. "Das war vom Architekten so gewollt, das sollte die Mauer auflockern."
Ein weiteres Merkmal der Muldenberger Stauanlage ist, dass sie aufgrund ihrer baulichen Besonderheiten unter Denkmalschutz steht. Bei der Sanierung musste deshalb drauf geachtet werden, dass sie erhalten bleiben. Die Arbeiten fanden zudem unter der Maßgabe statt, dass die Talsperre für die nächsten 80 bis 100 Jahre genügend Trinkwasser bereitstellen und vor Hochwasser schützen muss.
Doch auch wenn der Fachmann beim Gespräch über andere ältere Talsperren in seinem Amtsbereich wie Pirk (erbaut ab 1935), Werda (ab 1904) und Carlsfeld (ab 1926) ins Schwärmen kommt - Jüngel ist nicht nur ein Fan alter Staubauwerke: "Beim Bau der Talsperre Eibenstock war ich vom ersten Spatenstich bis zum letzten Nagel dabei. Die ist mir genauso lieb."


