54 Meter lang ist der Entwässerungstunnel unter der A 72 bei der Anschlussstelle Treuen. Die Betonröhre mit einem Durchmesser von 1,60 Metern entwässert das Gewerbegebiet. Foto: Joachim Thoß
Tunnel unter A 72 besteht ersten Test
Röhre lässt Schmelzwasser problemlos abfließen
Treuen. Treuen. Der Tunnel unter der A 72 bei der Anschlussstelle Treuen hat seine erste Bewährungsprobe bereits bestanden: "Als der Schnee getaut ist, ist dort in drei, vier Tagen das ganze Wasser abgeflossen", sagt Jörg Schmidt, Geschäftsführer der Erdbau Schmidt GmbH Jößnitz.
Allerdings hat das Tauwetter auch dafür gesorgt, dass die Arbeiten fast im Schlamm stecken geblieben sind. Trotzdem gehen Schmidt und René Richter, Bauleiter der Wildenfelser Braumann Tiefbau GmbH, davon aus, dass die Arbeiten termingerecht Ende April beendet werden können. Der Durchstich des Tunnels unter der Autobahn erfolgte laut Richter vor reichlich einer Woche. Die im Februar begonnen Arbeiten verliefen zeitlich nach Plan. Allerdings traten geologische Probleme in Form einiger größerer Felsbrocken auf, die erst beiseite geräumt werden mussten.
Kaum noch einen Gedanken hat das Wildenfelser Team an den unter einem schlechten Stern stehenden Start des Tunnelbaus verschwendet: Unbekannte haben von der Baustelle unter anderem einen Laser, Nivelliertechnik, Schweißgeräte, Bohrmaschinen und mehrere hundert Meter Kupferkabel im Wert von rund 50.000 Euro mitgehen lassen.
Der Tunnel unter der Autobahn ist 54 Meter lang. Das Wasser des Waldbaches auf der Nordseite der Schnellstraße fließt durch eine Betonröhre mit einem Durchmesser von 1,60 Meter. "Die Rohre müssen groß genug sein, damit sie ein so genanntes hundertjähriges Hochwasser fassen können", sagt Sascha Granetzny, Mitarbeiter im gleichnamigen Plauener Architekturbüro, das die Arbeiten betreut. Das heißt, dass durch die Röhre rund 6000 Liter Wasser pro Sekunde passen müssen. Entwässert wird das 2009 gebaute Gewerbegebiet "Goldene Höhe 4" mit einer Fläche von 54 Hektar.
"Wir öffnen den teilweise verrohrten Waldbach auf der Nordseite und legen den Wasserlauf dort neu an", sagt Jörg Schmidt. Auch südlich der Autobahn, auf der Treuener Seite, wird der Bach umgebaut, da er ja im Extremfall tausende Liter Wasser pro Sekunde fassen muss. Außerdem wird das Gewässer teilweise mit Wasserbausteinen ausgelegt.
Zum Tunnel gehören noch ein Zulauf- und ein Auslaufbauwerk. Die sind notwendig, um die Autobahn zu schützen. "Beim Zulauf werden eine Betonwand und zwei Flügelwände gebaut, damit das Wasser die Fahrbahnen nicht unterspülen kann", so Granetzny. Die Arbeiten für die Entwässerung des Gewerbegebietes kosten laut der Treuener Bauamtsleiterin Birgit Gündel etwa 420.000 Euro.


