Wasserverbrauch sinkt deutlich
Zweckverband installiert dünnere Leitungen wegen schrumpfenden Einwohnerzahlen
Auerbach/Plauen. Betroffen vom Rückbau der Trinkwasserleitung ist das Gebiet am Bendelstein in Auerbach - eines der bevölkerungsreichsten der Stadt. Als Ursache nennt die Technische Leiterin beim Zwav Waltraud Muß, den Rückgang des Trinkwasserverbrauchs.
Die Arbeiten beginnen am kommenden Montag und dauern voraussichtlich bis Oktober. "Die Trinkwasserversorgung ist gewährleistet. Druckschwankungen sind aber möglich", erklärt die Technische Leiterin. Bei den Arbeiten wird der Querschnitt der Rohre von 300 auf 200 Millimeter verkleinert. Das besondere an der Verkleinerung: Es werden auf 4000 Meter Länge neue Rohre in die vorhandenen Rohre eingezogen. Das bedeutet nach den Worten von Waltraud Muß, dass die alten Leitungen nicht ausgegraben und durch neue ersetzt werden müssen. Allerdings sind in bestimmten Abständen offene Baugruben für den Anfang und das Ende des Roheinzugs notwendig. Das Auswechseln der Rohre ist in drei Abschnitte eingeteilt. Ein Teil der Arbeiten erfolgt erst 2012.
Insgesamt kostet das Verringern des Rohrdurchschnitts 1,35 Millionen Euro. Durch den Programmteil Rückbau städtischer Infrastruktur im Förderprogramm Stadtumbau Ost wird die Maßnahme mit 600.000 Euro gefördert. Vergleichbare Maßnahmen finden laut Waltraud Muß im Vogtland in Plauen statt.
Der vogtländische Verband trägt mit dem Rückbau der Bevölkerungsentwicklung in den vergangenen Jahren und der Reaktion der beiden Auerbacher Wohnungsgesellschaften Rechnung. Zwar registrieren beide aktuell keinen Anstieg des Leerstandes. Allerdings wurde beispielsweise bei der Auerbacher Wohnbau GmbH (Awo) nach den Worten von Geschäftsführerin Waltraud Blechschmidt bereits bis 2005 Wohnungen zurückgebaut. Der aktuelle Leerstand beträgt dort acht Prozent. Bei der Auerbacher Wohnungsbaugenossenschaft (AWG) stehen laut dem Geschäftsführenden Vorstandsvorsitzendem seit mehreren Jahren konstant 6,2 Prozent der Wohnungen im Auerbacher Neubaugebiet leer, insgesamt sind es fünf Prozent. Als eine weitere Ursache für den zurückgehenden Trinkwasserverbrauch macht Dagmar Blechschmidt den sich ändernden Altersdurchschnitt der Mieter aus: "Die Leute werden älter, und es gibt weniger Familien mit Kindern, die mehr Wasser verbraucht haben."
Außerdem sinkt seit Jahren die Auerbacher Einwohnerzahl. Unter die 20.000er Grenze rutschte die Stadt schon im Februar 2001 (19.975). Das glich sie durch die Eingemeindung von Rebesgrün mit Reumtengrün 2003 aus (21.916). Allerdings rutsche die Stadt im Jahr 2010 erneut unter die 20.000-Einwohner-Schallmauer. Grund ist, dass die Geburtenzahlen hinter denen der Sterbefälle zurückliegen.
Service
Bei Störungen in der Trinkwasserversorgung kann der Zwav-Meisterbereich in Auerbach unter Telefon 03744 212687 und außerhalb der Arbeitszeit der Zwav in Plauen unter 03741 4020 angerufen werden.


