Heintje (links) und Kai Peter präsentierten ihren Vogtland-Film bei einer Testaufführung im Treuener Awo-Seniorenheim. Der Ort war nicht zufällig gewählt: Seit der Arbeit an seinem Film über das Kriegsende 1945 ist Heintje Peter dem Personal und den Bewohnern der Einrichtung freundschaftlich verbunden.
Foto: Joachim Thoss
Bilder machen Historie lebendig
Schülerprojekt hat sich zu originellen Vogtland-Film gemausert
Treuen. Am Ende der Vorpremiere im Treuener Awo-Seniorenheim gab es am Montag ausgiebigen Applaus und einhellige Zustimmung - was dem Regisseur Heintje Peter gar nicht ganz recht war: "Ich hatte schon gehofft, dass jemand sagt, was ihm nicht gefallen hat - das hätten wir dann ja noch ändern können." Nun wird der Film "Durch die Vergangenheit zur Gegenwart" vor der eigentlichen Premiere, die für den 11. Februar geplant ist, wohl nur noch geringfügig geändert. Man habe "1000 Jahre vogtländische Geschichte in 40 Minuten zusammengefasst", umreißt Peter das Anliegen des Projekts, dass aus einer Schülerarbeit heraus entstanden ist.
Die hatten Heintje Peters Nichte Jenny und ihre Freundin Elisa Merkel am Oelsnitzer Gymnasium in Angriff genommen. Jennys Vater Kai, der im Plauener Museumsverein aktiv ist, kam auf die Idee, das Ganze zu einem Film zu machen - mit Bruder Heintje hatte er den richtigen Mann dafür gleich an der Hand. Der Plauener ist Regisseur und Kameramann, arbeitet unter anderem für RTL, Vox und Pro 7, und hat vor kurzem die Dokumentation "Der 9. Mai 1945 im Vogtland und Westerzgebirge" auf DVD gebannt.
Ging es darin um einen einzigen Tag, an dem 40.000 deutsche Soldaten in Gefangenschaft kamen, so wurde nun die gesamte Zeitspanne zwischen den Vögten des Mittelalters und der Gegenwart durchstreift. Historische Karten erhellen am Anfang, wie die Region zu ihrem Namen kam, Luftbildern illustrieren die Schönheit ihrer Landschaft. Und schon reiten edle Herren hoch zu Ross gen Schloss Voigtsberg: Mit einem Team von rund 20 Leuten, hat Peter Schlüsselszenen und Impressionen aus der vogtländischen Geschichte nachgespielt.
So sind die Zuschauer nicht nur bei der Vertreibung des letzten Vogtes im Mittelalter dabei, sondern erleben auch den Kauf der ersten Stickereimaschine durch einen vogtländischen Unternehmer, Episoden aus der harten Arbeit der Bauern, einen Besuch von Verlagsmitarbeitern beim Vogtlandpoeten Hermann Vogel und die Plauener Revolutionstage 1989 mit. Eingerahmt werden diese nachgestellten Szenen, soweit möglich, von Originaldokumenten, alten Fotos und historischem Filmmaterial. Bezahlbar ist das ganze Projekt dadurch geblieben, dass alle Darsteller Laien sind - Freunde und Bekannte der Peter-Brüder oder Mitschüler von Jenny Peter. Fachlich begleitet wurde das Vorhaben von Gerd Naumann vom Vogtlandmuseum.
Eine der Hauptzielgruppen seien die Schulen, erläutert Heintje Peter, der die CD zunächst in einer Auflage von 2000 Stück produzieren will. Ab Mitte Februar soll sie zu bekommen sein - dann auch in den Geschäftsstellen der "Freien Presse".


