Eine mühevolle Arbeit ist die Wiederherstellung der Innenfester in den Galerien der Bad Brambacher Michaeliskirche. Foto: Helmut Schneider
400 Jahre alter Fund in der Kirche
Bei Sanierungsarbeiten in St. Michaelis in Bad Brambach Grabplatte von 1611 entdeckt
Bad Brambach. Bad Brambach. Eine große Überraschung gab es jetzt bei den Bauarbeiten in der Michaeliskirche Bad Brambach. "Wir haben eine alte Grabplatte entdeckt, die sich in ausgezeichnetem Erhaltungsgrad befindet. Ich habe auf der Platte das Jahr 1611 gelesen", erzählt Pfarrer Eckehard Graubner. "Die Inschrift ist aber nicht zu entziffern." Zu sehen ist eine Person mit Ritterrüstung und ein Wappen. Dies veranlasst Graubner zur Annahme, dass sich es um die Platte eines Mitglieds der Familie von Schirnding, der Patronatsherren der Kirche, handelt.
Wie es mit der Platte weitergeht, steht noch nicht fest. Derzeit ist die Platte abgedeckt, weil bei der laufenden Innensanierung der Kirche ein Gerüst auf ihr steht. Eine Option wäre auch, die Platte sichtbar in der Kirche aufzustellen, so Graubner. Die Michaeliskirche, 1844/46 nach dem großen Brand von Bad Brambach von 1842 errichtet, ist seit Januar Baustelle. Die Innenrenovierung umfasst Maler- und Stuckarbeiten sowie Bänke und Holzpodest. Zur Jubelkonfirmation zu Pfingsten will die Gemeinde das Gotteshaus wieder beziehen. Derzeit weicht sie bei kleineren Veranstaltungen in den Gemeindesaal, bei größeren in die Friedhofskirche oder in der Dorfkirche nach Schönberg aus.
Die Arbeiten in der Kirche kosten nach Angaben von Eckehard Graubner 180.000 Euro. Finanziert wird die Renovierung zu zwei Dritteln aus Fördermitteln der Landeskirche und der Denkmalbehörde des Vogtlandkreises. 60.000 Euro muss die Kirchgemeinde Bad Brambach selbst aufbringen. "Wir sammeln Spenden. Etwa die Hälfte der Summe haben wir zusammen", erklärt der Geistliche. Seit zwei Jahren sind die Bauarbeiten geplant.
Die Renovierung der Michaeliskirche ist längst nötig. "Die letzte Innensanierung gab es 1958", weiß der Pfarrer. Die ehemals weißen Wände sind inzwischen sehr dunkel geworden. Sie erhalten wieder ihren porphyrfarben-weißen Originalanstrich. Eine knifflige Sache sind die Stuckarbeiten. Hier müssen Spezialisten ran. "Es ist Stuck auf Holz, der schon brüchig gewesen ist und ein paar Schäden wie Risse aufweist", sagt Graubner. Abgebröckelt ist aber noch nichts. Die Kirchenbänke werden aufgearbeitet. Für die Dauer der Bauarbeiten sind sie komplett ausgebaut, weil sie sonst stören würden. Derzeit sind sie in Räumen der Bad Brambacher Mineralquellen eingelagert. Gehandelt werden muss bei dem Podest, in dem die Bänke verankert sind. Hier hat sich der echte Hausschwamm eingenistet. "Das Podest ist marode, es muss alles raus. Es gibt einen neuen Unterbau", informiert Graubner.
Nach der umfangreichen Sanierung der Kirche seit gut zwölf Jahren ist mit der Innenrenovierung die Zeit der Bauarbeiten erst einmal vorüber. "An den Bleiglasfenstern und am Altar wird man etwas machen müssen. Da ist aber noch nichts vorbereitet", erklärt Graubner. Es wird eine der Arbeiten für seinen Nachfolger sein: Eckehard Graubner verlässt im Sommer nach 15 Jahren die Pfarrstelle in Bad Brambach und wechselt nach Falkenstein. Beim Gottesdienst am 4. Juli wird er verabschiedet.