Dieses Bild bietet sich derzeit an der Talsperre Pirk: alles ist voller Algen. Das Foto entstand am Dienstag in der Nähe des Rettungsturmes.
Foto: Harald Sulski
Algenteppich überzieht die Talsperre
Trotz Millionen-Investition in die Sanierung der Vorsperre - der Pirker Stausee blüht wieder
Taltitz . Das Bild erinnert an Zeiten, da an der Talsperre im Sommer häufig Badeverbot galt. Mit der Sanierung der Vorsperre in den Jahren 2007 bis 2009 hoffte die Landestalsperrenverwaltung als Eigentümerin des Gewässers, das Problem lösen zu können. Damals wurden in der Vorsperre 430.000 Kubikmeter Ablagerungen umgeschichtet, damit das Gewässer wieder das Wasser für die Hauptsperre filtern kann. Das hat den Freistaat rund drei Millionen Euro gekostet.
"Die Wasserqualität ist besser geworden. Trotz aller Bemühungen können solche Perioden mit Algenwuchs niemals ausgeschlossen werden", sagt Eberhard Jüngel von der Landestalsperrenverwaltung. Der Nährstoffeintrag, der in die Hauptsperre gelangt, liege nur noch bei 10 bis 20 Prozent des Wertes vor der Beräumung der Vorsperre. Beim Nährstoffeintrag handle es sich vor allem um Phosphate, die über Wiesen und Felder, aber auch über kommunale Einleitungen in den Stausee gespült werden. "Der Sonnenschein führt zu Sauerstoffzehrung, es bilden sich Algen", so Jüngel. Deren Wachstum würde der niedrige Wasserstand fördern sowie die Tatsache, dass die Talsperre ein sehr flaches Gewässer ist. "Algenbildung ist niemals 100 Prozent vermeidbar."
Die Sanierung der Mauerkrone (im Hintergrund Planschwitz) sollte im Sommer beendet sein. Jetzt ist Ende Oktober das Ziel.
Foto: Harald Sulski
Von einer guten Wasserqualität spricht Ilona Kühner, Leiterin der Naherholung Talsperre Pirk GmbH. Die letzten Wasserproben vom August hätten gute Werte ausgewiesen. Jetzt würden keine Wasserproben mehr gezogen, die Badesaison ist zu Ende. Ab Mai entnimmt das Gesundheitsamt monatlich an verschiedenen Stellen Wasser und analysiert es. Das kostet pro Probe mehr als 100 Euro. "Wir nehmen das sehr genau", so die Geschäftsführerin. Die Sichttiefe betrage rund 1,10 Meter. Bei unter einem Meter galt in den Vorjahren Badeverbot.
Die Arbeiten an der Krone der Sperrmauer sind noch nicht beendet, obwohl sie das seit Juli längst sein müssten. "Es ist ein altes Bauwerk, so dass die Schäden meist erst beim Abbruch sichtbar werden", beschreibt Jüngel. Die luftseitige Mauerbrüstung musste neu aufgebaut werden, "so dass sie wieder 50 Jahre hält", sagt der Betriebsleiter des Landestalsperrenverwaltung. An der kleinen Mauer können nicht 100 Leute arbeiten. Erschwerend komme hinzu, dass der Denkmalschutz Auflagen erteilt hat.
Die Arbeiten gehen dem Ende entgegen. Eberhard Jüngel geht davon aus, dass dieses Jahr ein Schluss-Strich unter das Vorhaben gezogen wird, "voraussichtlich Ende Oktober". Aufgrund der Probleme an der Mauerbrüstung würde der Bau teuerer, aber nicht nachhaltig. Die Sanierung der Mauerkrone kostet rund 1,3 Millionen Euro.