Dokumente zum Bergbau hatte das Historisches Archiv des Vogtlandkreises auf Schloss Voigtsberg in Oelsnitz aus seinen Beständen hervorgeholt - sie stießen bei Besuchern auf großes Interesse.
Foto: Helmut Schneider
Archiv ist auch für einheimischen Bergbau eine Schatzgrube
Sonderausstellung auf Schloss Voigtsberg in Oelsnitz eröffnet - Mineralien und Erze liegen neben Grubenregistern, Karten und Briefen
Oelsnitz/V. Oelsnitz. Das Motto "Dem Verborgenen auf der Spur" des diesjährigen Archivs nahmen die Mitarbeiter des Kreisarchivs in Oelsnitz wörtlich: Sie nahmen die eigenen Bestände zum Thema Bergbau unter die Lupe - und förderten viel mehr ans Licht, als sie vermutet hatten. Auch wenn der Bergbau von je her Landesangelegenheit war: in den Akten von Kreisen, Städten und Gemeinden hinterließ er viele Spuren.
Die Funde präsentiert das Archiv auf Schloss Voigtsberg seit Samstag in einer Sonderschau. Sie reicht von der Kopie der Urkunde aus dem Jahr 1232 mit dem ersten Hinweis auf Bergbau in der Region bis zu Briefen zu den Flussspatgruben Wiedersberg und Schönbrunn - mit letzterer erlosch am 31. Januar 1991 der vogtländische Bergbau. Unter Glas liegen alte Mut-Zettel - Genehmigungen für die Suche nach abbauwürdigem Gestein - Schürfscheine oder Grubenregister. Vogtländische Sammler stellten Mineralien und Erze zur Verfügung, damit die wertvollen Bodenschätze auch in natura, nicht nur in dicken Aktenbündeln vorkommen. Dokumentiert sind die einstigen Gruben in geologischen Spezialkarten, es gibt Schriftverkehr aus der Zeit des Nationalsozialismus über eine Bergbausiedlung in Tannenbergsthal und Akten zum grenzüberschreitenden Kupferbergbau Klingenthal-Graslitz 1904-1912.
Manch Fund überraschte auch die Archivare. "Zum Beispiel die Anfänge des heutigen Plauener Bergknappenvereins", sagt Kreisarchivarin Sigrid Unger. Die lagen bei der Fachgruppe Historischer Bergbau unter dem Dach des Kulturbundes aus den 1980-er Jahren. Die Mitglieder bemühten sich, die sehr alte Anna-Fundgrube in Straßberg befahrbar zu machen, was aber bis Ende der DDR nicht mehr gelang.
Die Archivare haben sich vorgenommen, eine Übersicht zum Bergbau anzulegen. "Ein Spezial-Inventar, was wir alles haben", sieht Unger dies als Erleichterung für künftige Forscher. Anknüpfungspunkte für Themen wie Mineralquellen oder Erdbeben gibt's auch reichlich. Und manch Lücke ist zu füllen: Die letzte größere Überblicks-Darstellung über den vogtländischen Bergbau ist mehr als 20 Jahre alt.
Service:
Die Sonderausstellung "Vogtländischer Bergbau im Spiegel der Archivquellen" ist bis 17. September zu sehen. Geöffnet ist die Schau dienstags von 9 bis 16, mittwochs von 9 bis 13, donnerstags von 9 bis 18 und freitags von 9 bis 12 Uhr.