Schloss Voigtsberg Zur Zeit ruhen die Sanierungsarbeiten an den Bastionen. An der Westbastion (Foto) wird weitergebaut, sobald das Wetter mitspielt. Rund 330.000 Euro investiert die Stadt in Bastionen samt Rundweg.

Foto: Helmut Schneider

Bastionen bieten herrlichen Blick über die Stadt

Rundweg um Schloss Voigtsberg im Herbst fertig

Oelsnitz. Oelsnitz. Gute Nachricht für die Oelsnitzer: Der Rundweg um Schloss Voigtsberg wird im Herbst vollendet. Dann erschließt sich von den drei sanierten Bastionen einer der schönsten Blicke auf die Stadt.

Die Sanierung der Bastionsmauern, die die Burg umgeben und vor Jahrhunderten Standort schwerer Kanonen waren, haben im Mai 2009 begonnen. Die Stützmauer hinter dem Historischen Kreisarchiv ist bis zur Südbastion verlängert worden. Die Bastion selbst war noch vorhanden, aber baufällig. "Es sind immer wieder Felsbrocken herausgesplittert und auf das darunter liegende Grundstück gefallen", beschreibt Bauamtsleiterin Karin Schuberth. Die Bastion ist inzwischen neu aufgemauert. Nach einigen Metern folgt der nächste Aussichtspunkt: die Westbastion. Dort sind die Arbeiten zur Hälfte fertig. Die Bauleute mussten Mitte Dezember witterungsbedingt aufhören. Dort geht es weiter, sobald das Wetter mitspielt.

Der dritte und letzte Abschnitt ist die Nordwestbastion. Die wird rund einen Meter hoch gemauert. Der Wermutstropfen bei den Bastionen: sie sind nicht rollstuhlgerecht. "Einen ebenerdigen Zugang bekommen wir nicht bei allen hin. Das geht nur bei der Südbastion", so die Bauamtsleiterin. Bei der Westbastion ist eine Stufe, bei der Nordwestbastion sind zwei Stufen zu überwinden. Eine Rampe anzulegen sei platzmäßig nicht machbar.

Sind alle Bastionen saniert, folgt der Ausbau des Rundweges. Er erhält eine Drainage, Frostschutzeinbau und abschließend einen Splittbelag. Dafür entschied sich das Bauamt, "weil der Unkrautwuchs nicht so stark ist und bei Tauwetter sich keine Riesenpfützen bilden", so Schuberth. Der Rundweg um das Schloss - im hinteren Abschnitt zwischen den Bastionen und dem Burgkomplex - beträgt etwa 600 Meter. Neben den drei Bastionen bietet noch eine neu gebaute Aussichtsplattform ein wunderbares Panorama. Sie befindet sich am einstigen Südturm beziehungsweise am Hinterausgang des Hauptgebäudes.

Der Rundweg um das Schloss soll im September fertig sein. Bis auf die historische Holzdecke und die Wände in der Amtsstube ist dann fast alles beendet. Fast. Was noch fehlt, ist der Bergfried mitten im Schlosshof. Damit will sich die Stadt aus Kostengründen aber Zeit lassen. Nur soviel: Er soll irgendwann als Aussichtsturm begehbar sein. Wie, darüber zerbrechen sich künftig Fachleute den Kopf. "Wir werden die Planung dieses Jahr vorantreiben, damit wir einen Kostenrahmen haben. Der Förderverein will weiter Spenden sammeln", sagt Karin Schuberth.

Die Sanierung von Schloss Voigtsberg hat 1990 mit der Notsicherung des Altteils begonnen. Seither haben Stadt und Denkmalbehörden rund zwölf Millionen Euro in den Komplex mit den verschiedenen Gebäuden investiert.

Stichwort: Bastion

Teil einer Festung. Sie diente als Verteidigungsstellung, um Angreifer je nach taktischer Lage direkt, von der Seite oder von hinten beschießen zu können.

 
erschienen am 11.03.2010 ( Von Gabi Gleißberg )
 
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