Vor 15 Jahren wurde der Vogtländische Eisenbahnverein Adorf gegründet. Seit 12 Jahren gehört der Vorsitzende Klaus Krebeck zu den Mitgliedern und ist damit der Dienstälteste.
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Eisenbahnen halten Winterschlaf
Anschluss zum ehemaligen Bahnbetriebswerk Adorf des Vogtländischen Eisenbahnvereines sei vorerst stillgelegt
Adorf. Die Stadt Adorf hat das einzige erhaltene und funktionsfähige Bahnbetriebswerk im Vogtland. Über eine Anschlussbahnweiche gelangen so Loks und Waggons auf das Gelände. Dort können Nostalgie-Dampfloks auf einer Drehscheibe gedreht werden, Wasser und Kohle fassen und auf einem Kanal untersucht werden. Dies falle nun weg, weil der Verein offene Rechnungen gegenüber der Deutschen Bahn AG (DB) für die Nutzung der Anschlussweiche habe. "Dies berichten Foren auf diversen Internetseiten, Eisenbahner und Eisenbahnfreunde", teilt Volker Jacobi aus Reichenbach mit. Der Verein dementiert.
"Wir haben Schwierigkeiten, den Weichenanschluss zu finanzieren. Mehr als 4700 Euro sind jährlich an die DB zu zahlen, die wir über Sponsoren und aus der eigenen Tasche finanzieren", sagt Vereins-Vorsitzender Klaus Krebeck. Seinen Worten zufolge, liegt ein Berechnungsfehler bei dem Anschluss einschließlich Schiene vor. "Wir haben deshalb Widerspruch eingelegt und bei der Aufsichtsbehörde der DB Antrag auf Überprüfung der Berechnungsgrundlage gestellt. Das Anschlussgleis ist nach wie vor befahrbar."
Angelika Pietschmann, Vereins-Vorstandsmitglied und Kassenwart erklärt: "Das Bahnbetriebswerk ist im Winter immer stillgelegt, meist von Oktober bis März. Wir müssten das Haus heizen, es müsste immer jemand da sein. Unsere 28 Vereinsmitglieder wohnen 50 bis 80 Kilometer von Adorf entfernt."
Im Bahnbetriebswerk mit seinem großen Ringlokschuppen sind etliche Dampfloks, ein Schneepflug, ein Dampfaufbereiter, mehrere Dieselloks und Waggons untergestellt. Sie werden zur Saisoneröffnung im April wieder herausgeholt und treten ihre Nostalgie-Fahrten an. Der Reichenbacher Jacobi schreibt davon, dass die Triebwagen von Mike Pester, die sogenannten Ferkeltaxis, in Adorf eingesperrt seien. Das stimmt so nicht, sagt Angelika Pietschmann: "Die Ferkeltaxis sind noch zu Weihnachten auf der Strecke Mühltroff-Schleiz gefahren."
Die finanzielle Lage des Eisenbahnvereins will der Reichenbacher Jacobi noch an einem anderen Fakt festmachen. "Schon vor acht Jahren wurde eine vereinseigene Güterzuglokomotive an den Golfpark Biblis-Wattenheim verkauft. Grund dieses Verkaufes waren ebenfalls finanzielle Schwierigkeiten des Vereins."
Vereinschef Krebeck: "Das Geld haben wir für den Kauf des Grundstücks für den Lokschuppen benötigt." Kassenwart Angelika Pietschmann erinnert sich: "Nach dem Erwerb des Grundstücks samt Lokschuppen mussten wir das Dach dieses Schuppens reparieren, weil es reingeregnet hat. Dafür gab es Fördermittel. Die konnten wir erst beantragen, als wir Eigentümer des Grund und Bodens waren. Wie üblich, mussten wir für die Fördermittel aber einen Eigenanteil aufbringen. Der kam mit aus dem Verkaufserlös der Lok."
Der Golfplatzbesitzer in Biblis-Wattenheim (Hessen) habe die Lok genommen, weil er bereits einen Mitropa-Waggon aus DDR-Zeiten besitzt. Vereinschef Krebeck und Vorstandsmitglied Pietschmann sind sich einig: Im Verein läuft alles auf geordneten Gleisen.