Eisenbahnprojekt wartet auf freie Fahrt
Vogtland und Erzgebirge planen gemeinsam die Reaktivierung historischer Bahnlinien
Muldenberg. Ursprünglich hatte in dieser Woche beim Wirtschaftsministerium in Dresden ein Gespräch über das erzgebirgisch-vogtländische Eisenbahnprojekt zur Reaktivierung und Neubau der Eisenbahnstrecken Wernesgrün-Schönheide-Carlsfeld (Schmalspur) und Schönheide-Muldenhammer-Muldenberg (Normalspur) stattfinden sollen. Darauf hatte sich Bürgermeister Jürgen Mann (Freie Wähler), der Bürgermeister von Muldenhammer, vorbereitet.
Thema sollte die Realisierung der ersten von insgesamt vier Etappen sein, der Reaktivierung der Anbindung des Bahnhof Muldenberg an die nach Schönheide-Süd bestehende Bahnlinie. Dort fehlen zwischen Muldenberg und Hammerbrücke etwa 200 Meter Gleisanlagen. Der Bahnhof Muldenberg gehört inzwischen zum Verantwortungsbereich der Gemeinde Muldenhammer.
Umsteigen in Muldenberg
Ursprünglich war am Bahnhof Muldenberg der Neubau einer Weiche im Gespräch gewesen, damit künftig auch die Regiosprinter der Vogtlandbahn wieder bis Schönheide-Süd fahren könnten. Nunmehr sehen die Planungen scheinbar vor, dass in Muldenberg eine Umsteigemöglichkeit in die seit 2008 verkehrende Motordraisine "Wernesgrüner Schienen-Express" geschaffen wird. Das angekündigte Gespräch soll nun im Herbst stattfinden.
An dem erzgebirgisch-vogtländischen Projekt beteiligen sich neben Muldenhammer Eibenstock, Schönheide, Steinberg, Grünbach und Stützengrün mit jeweils knapp 14.000 Euro. Das Projektmanagement ist in der Gemeinde Steinberg angesiedelt und soll bis 2013 die Bildung eines Zweckverbandes mit Vogtland- und Erzgebirgskreis vorbereiten. Realisiert werden soll das Vorhaben in vier Etappen. Nach der Anbindung der Strecke an den Bahnhof Muldenberg soll die 1977 eingestellte Schmalspurbahn von Schönheide-Süd (Wilzschhaus) nach Schönheide-Mitte wieder hergestellt werden. Allerdings ist die Passage zwischen den einstigen Bahnhöfen verbaut. Die dritte Etappe stellt der Wiederaufbau der 1967 eingestellten Schmalspurbahn von Schönheide-Süd nach Carlsfeld dar.
In der vierten Etappe soll eine bereits einmal geplante, aber nie realisierte Verlängerung der Schmalspurbahn von Stützengrün zur Brauerei Wernesgrün erfolgen. Die Kosten für das Tourismus-Projekt werden zwischen 22 und 25 Millionen Euro geschätzt.