Kommunalamt favorisiert Riesen-Gemeinde
Oelsnitz soll drei Orte schlucken - Zusammenschluss der Staatsbäder "zwingend" - Ausnahmen für Adorf und Muldenhammer erhofft
Oelsnitz/Klingenthal. Oelsnitz/Klingenthal. Geht es nach dem Willen der Kreisverwaltung, bleiben mit der Gemeindereform im oberen Vogtland sieben von derzeit 14 Gemeinden übrig. Die am Freitag vorgelegten Positionen des Kommunalamtes sehen eine Riesengemeinde Oelsnitz (163 Quadratkilometer) und den Zusammenschluss der Staatsbäder Bad Elster und Bad Brambach vor. Für Adorf und Muldenhammer hofft der Kreis auf Ausnahmen, da sie die vom Freistaat geforderte Mindestzahl von 5000 Einwohnern 2025 verfehlen.
Trotz des riesigen Gemeindegebiets - Leitlinien aus Dresden sehen Kommunen von 100 Quadratkilometer vor - sei die Eingemeindung von Bösenbrunn, Triebel und Eichigt "die einzige dauerhaft sinnvolle Variante", schätzt das Kommunalamt ein. Die Verwaltung der drei Gemeinden wird seit Jahren ohnehin weit gehend in Oelsnitz erledigt. Eine Landgemeinde aus den drei Kommunen will die Behörde nicht unterstützen, da sie die Kriterien des Freistaates nicht erfüllt. Die Bürgermeister aus Eichigt und Bösenbrunn wollen laut Amt über das Thema in den Räten beraten. In Triebel dagegen werde eine Eingemeindung derzeitig abgelehnt.
In der Südspitze des Vogtlandes spricht das Kommunalamt von Eingemeindungen, die "alternativlos" seien. Zum einen ist der Zusammenschluss Bad Elster/Bad Brambach gemeint. Dieser sei wegen der Gemeindegröße und gleicher Funktionen "zwingend geboten". In jedem Fall befürworten will die Kreisverwaltung auch die Eingemeindung von Erlbach nach Markneukirchen. Adorf liegt 2025 mit 4580 Einwohnern unter der 5000er-Grenze. Das Amt hofft auf eine Ausnahme, da die Stadt innerhalb eines Toleranzbereichs von 15 Prozent Einwohnern weniger liegt. Bräuchte Adorf einen Partner, sei Markneukirchen Bad Elster vorzuziehen.
Ohne Alternative ist nach Einschätzung der Kreisbehörde eine Eingemeindung von Zwota nach Klingenthal. Alles andere sei wegen der engen Verflechtungen (Verwaltungsgemeinschaft, lückenlose Bebauung) ausgeschlossen. Die "Eingemeindung wäre sehr zu unterstützen", heißt es unter Verweis darauf, dass derzeit Zwota diese Variante blockiere. Die Eingemeindung von Mühlental in die Stadt Schöneck sei für Mühlental die einzig realistische Variante. Da beide zusammen 2025 ebenfalls die 5000-Einwohner-Grenze verfehlen, müsste auch in diesem Fall eine Ausnahme greifen. Sollte das nicht klappen, sei ein Zusammenschluss mit Markneukirchen am sinnvollsten, schätzt das Kommunalamt ein.
Komplizierter ist es mit der erst zum 1. Oktober 2009 durch den Zusammenschluss von Morgenröthe-Rautenkranz, Tannenbergsthal und Hammerbrücke gebildeten Gemeinde Muldenhammer. Sie hätte 2025 nur etwa 3000 Einwohner, aber die Kreisverwaltung sieht eine Ausnahme als sinnvoll an. Eine erneute Änderung der Gemeindestruktur könne nicht vermittelt werden, meint die Behörde. Erhält Muldenhammer keine Ausnahme, sei dann eine Verwaltungsgemeinschaft mit Auerbach am ehesten denkbar.
Zudem unterstützt der Kreis die Bildung einer Einheitsgemeinde aus den vier Kommunen des Verwaltungsverbandes Jägerswald. Breche dieser auseinander - Stichwort Eingemeindung Bergens nach Falkenstein - sei für Tirpersdorf und Theuma der Gang nach Oelsnitz eine Option, so das Kommunalamt.