Manchmal gibt's Getränke gratis
Baubetriebe in der Region lassen Arbeiter nicht dürsten - Kostenlose Versorgung laut Gewerkschaft Pflicht
Oelsnitz. Oelsnitz. Sommerhitze und kein Ende. Wie gehen Betriebe, die vorwiegend im Straßen- und Tiefbau arbeiten, damit um? "Freie Presse" hat sich umgehört.
Der VSTR Rodewisch ist mit knapp 500 Beschäftigten wohl der größte Arbeitgeber in der Baubranche. Auf rund 60 Baustellen, darunter etwa die Hälfte im Straßenbau, schwitzen die Arbeiter. "Am härtesten betroffen sind die Leute, die Asphalt einbauen", so Jürgen Ranacher, stellvertretender Geschäftsführer. Spontan werden manchmal Getränke von der Firma bezahlt. "Eine feste Regel ist das nicht", so Ranacher. Er verweist darauf, dass moderne Technik, wie etwa Bagger und Raupen belüftet beziehungsweise klimatisiert sind.
Wasser gratis gibt es bei UTR Schönbrunn. Dort wird auch teilweise die Arbeitszeit verlagert. "Wo es geht, beginnen wir bereits 5.30 Uhr, wie bei den Arbeiten vor der Grundschule in Oelsnitz", so Geschäftsführer Thomas Freundel. "Bei enger Bebauung in Städten geht das natürlich nicht. Da würden die Anwohner auf die Barrikaden gehen." Die Arbeitszeit nur in die Morgen- und Abendstunden zu verlegen, sei nicht möglich, weil einige Bauleute einen Arbeitsweg von 40 Kilometern haben. Die Firma mit 120 Beschäftigten unterhält 15 Baustellen, die Hälfte im Straßenbau.
Bei gar zu großer Hitze machen seine sechs Beschäftigten mal eine halbe Stunde früher Schluss, meint Silvio Kurzendörfer aus Möschwitz, dessen Firma Pflasterarbeiten übernimmt und einen Fuhrbetrieb unterhält. Getränke gibt es umsonst.
Bei der Streicher GmbH, Niederlassung Vogtland, erhalten die Beschäftigten täglich einen Versorgungszuschlag, wovon sie sich Getränke kaufen können. "Als es so sehr heiß war, haben wir teilweise 6 Uhr angefangen statt wie üblich um sieben", sagt Geschäftsführer Falk Schmidt. Die Firma mit derzeit 70 Leuten ist auf sieben Baustellen tätig. Zusätzliche Pausen gönnt Thomas Böhm seinen 22 Mitarbeitern. Er ist Geschäftsführer der Ebersbacher Erd- und Tiefbau GmbH. Wird es zu heiß, beginnen die Arbeiter schon 5.30 statt 7 Uhr. Getränke umsonst - Fehlanzeige.
"Dazu ist der Arbeitgeber aber bei großer Hitze verpflichtet", sagt Peter Schulze, Regionalleiter der Industriegewerkschaft Bau. Bei großen Betrieben sei das meist kein Problem, sie stellen Getränke kostenlos bereit. Ausnahmen gibt es im Vogtland. Bei VSTR funktioniert das nur "spontan". Nach Schulzes Erfahrung gebe es in kleineren Handwerksbetriebe eher Probleme mit der Wasserversorgung gratis.