Oelsnitz will Kooperation mit Industriemuseen

Künftige Ausstellung zur Teppichproduktion soll davon profitieren - Ministerin rennt mit Idee offene Türen ein

Oelsnitz. Oelsnitz. Das künftige Teppichmuseum auf Schloss Voigtsberg in Oelsnitz strebt eine Kooperation mit den sächsischen Industriemuseen an. Das erklärte der Geschäftsführer der Oelsnitzer Stadtmarketing und Tourismus GmbH, Eckardt Scharf. Von dieser Zusammenarbeit versprechen sich die Vogtländer eine rasch steigende Bekanntheit für die Ausstellung, die ab Ostern die Teppichproduktion in der Region dokumentieren wird.

Sachsens Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) hatte im Gespräch mit "Freie Presse" vorgeschlagen, den Zweckverband Sächsische Industriemuseen in eine Stiftung zu überführen. Mit dieser Idee rennt sie bei den Oelsnitzern offene Türen ein, erklärte Scharf. "Die Gedanken führen in die gleiche Richtung. Der Zweckverband war ja eine recht fest gefügte Geschichte", betont der Geschäftsführer, dass die neue Sichtweise des Ministeriums den Oelsnitzern entgegenkommt.

Dem Zweckverband gehören bisher das Industriemuseum Chemnitz, das Westsächsische Textilmuseum Crimmitschau, die Zinngrube Ehrenfriedersdorf und die Energiefabrik Knappenrode an. Schorlemer will, dass sich der Verband für bislang nicht vertretene Branchen öffnet. Darin sieht Scharf die Möglichkeit, das Teppichmuseum zu integrieren. "Wir sind ja eines der wenigen Museen in Sachsen, die völlig neu öffnen. Da haben wir gewissen Anlass und Grund, massiv unsere Vorstellungen vorzutragen. Die Initiative dazu ging von uns aus", erklärt er. Gespräche dazu sollen kommende Woche geführt werden, so Scharf. Nachdem die Oelsnitzer Stadtmarketing GmbH ihren festen Willen zur Mitarbeit erklärt habe, werde es in den Gesprächen darum gehen, wie und ab wann die Vorstellungen umgesetzt werden können.

Für eine Kooperation spreche vor allem die thematische Nähe, unterstrich der Geschäftsführer. Deswegen haben die Oelsnitzer bereits frühzeitig die Fühler zu den Industriemuseen ausgestreckt. "Da ging es zunächst darum, sich bei Logistik und Publikationen einzubringen", erläuterte Scharf. Die Stiftungs-Idee stelle dies auf eine neue Qualitätsstufe. "Wir sind interessiert und halten es für naheliegend, uns dort einzuklinken." Die Stiftung soll die Pflege der sächsischen Industriekultur stärker fördern und sie zu einer Tourismus-Marke für den Freistaat entwickeln. In ersten Reaktionen befürworteten die Museen Chemnitz und Crimmitschau Schorlemers Pläne, mit denen sie in erster Linie auf eine dauerhaft gesicherte finanzielle Ausstattung hoffen.

Das Teppichmuseum auf Schloss Voigtsberg wird am Osterwochenende 3./4. April mit einem Museumsfest eröffnet. Zuvor findet am Mittwoch, 31. März im Museum für geladene Gäste der Frühlingsempfang von Oberbürgermeisterin Eva-Maria Möbius (CDU) statt.

 
erschienen am 16.03.2010 ( Von Ronny Hager )
 
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