Drogisten Über derartigen historischen Fotos brütet Michael Schilbach und versucht, alle Namen zu ermitteln. Dieses Bild zeigt Oelsnitzer Drogisten in den 30-er Jahren vorm damaligen Amtsgericht: Bekannt sind Alfred Jaeckel (links), Adolf Zschernig (2. von links) und Paul Schmutzler (2. von rechts). Der Rest ist (noch) unbekannt.

Foto: Archiv Schilbach

Oelsnitzer Drogist will seiner Gilde ein Denkmal setzen

Michael Schilbach forscht intensiv in der Geschichte - Buch in Vorbereitung - Hoffnung auf die Hilfe von Nachkommen und Einheimischen

Oelsnitz/V. Oelsnitz. Seit drei Jahren erforscht der Oelsnitzer Michael Schilbach intensiv die Geschichte der Drogerien in Oelsnitz. Schilbach, selbst gelernter Drogist und Inhaber der Löwen-Drogerie in der Unteren Kirchstraße, möchte seiner Gilde in der Heimatstadt mit einem Buch ein Denkmal setzen.

"Eigentlich sollte dieses Buch nächstes Jahr gedruckt werden. Aber der Termin ist wohl nicht zu schaffen", so Schilbach. "Es kommt immer neues Material hinzu, immer neue Aspekte sind zu beleuchten." Hier ist der 43-Jährige vor allem auf die Hilfe der einheimischen Bevölkerung angewiesen. "Es gibt schon Leute, die mich unterstützen. Aber ich bin natürlich weiterhin brennend an Erzählungen von Zeitzeugen oder an historischen Fotos oder Dokumenten interessiert", so Schilbach. "Es gibt noch genügend Baustellen, die zu schließen sind."

So sucht der Drogist beispielsweise noch nach Namen von Personen auf historischen Abbildungen oder durchforstet die Dokumente des Kreisarchives auf Schloss Voigtsberg, immer auf der Suche nach Erwähnungen früherer Drogisten oder von deren Geschäften. So konnte der Hobby-Historiker beispielsweise ermitteln, dass mit einem Geschäft von Emil Mittag 1884 erstmals eine Oelsnitzer Drogerie offiziell erwähnt wird. Zuvor seien die Drogeriewaren in diversen Kolonialwarenläden mit gehandelt worden.

Der heimatgeschichtlich interessierte Schilbach wurde als Lehrling 1982 in der Jaeckel-Drogerie am Markt in die Branche eingeweiht. 1989 übernahm "Droge", wie er von seinen Kumpels oft scherzhaft genannt wird, aus den Händen seines Vorgängers Günther Drechsel sein heutiges Geschäft gegenüber der Sankt-Jakobi-Kirche.

"Vor rund zehn Jahren habe ich dann intensiv begonnen, zu sammeln. Und zwar alles, was zu früheren Zeiten in Drogerien verkauft wurde oder was damals zur Einrichtung eines derartigen Geschäftes gehörte." Entstanden ist daraus mittlerweile ein sehenswertes, privates Drogeriemuseum, das zu den Geschäftszeiten der Löwen-Drogerie besichtigt werden kann. Während Schilbach auf der Jagd nach seltenen, alten Schachteln, Gläsern oder Tüten für sein Museum meist in Internet fündig wurde, ist er bei seinem jetzigen Projekt auf die Hilfe der Oelsnitzer oder deren Nachkommen angewiesen.

"Einige Nachfahren von heimischen Drogisten oder deren Verwandschaft haben mir dankenswerter Weise schon sehr interessantes Material ausgeborgt oder sogar überlassen. Kürzlich bekam ich beispielsweise von einem in Nürnberg lebenden Nachkommen eines Oelsnitzer Drogisten unheimlich aufschlussreiches Material aus der Zeit des Nationalsozialismus geschenkt." Wer Schilbach bei seinem ehrgeizigen Projekt mit einschlägigen Informationen oder Dokumenten helfen kann, ist zu den Geschäftszeiten in der Drogerie herzlich willkommen oder kann sich unter 037421 22235 beim Inhaber informieren.

 
erschienen am 04.03.2010 ( Von Thomas Gräf )
 
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