Sägewerk kann mehr Gäste verkraften

Bilanz in Markneukirchen nach drei Monaten: Besucher von weit her und mit Luft nach oben - Schau wächst weiter

Markneukirchen. Markneukirchen. Seit drei Monaten empfängt das Sägewerk am Gerber-Hans-Haus in Markneukirchen seine Besucher. Zeit für eine Bilanz der Sägestrecke, auf der Holz vom Baumstamm zum Furnier geschnitten werden kann. Christian Kollmus, der mit Jochen Ruderisch das Sägewerk ehrenamtlich betreut, berichtet von interessierten Gästen, aber auch noch nicht ausgeschöpften Möglichkeiten. "Viele denken, wir sind mehr als ausgelastet. An den Wochenende können wir aber noch mehr Besucher verkraften."

Die Türen zum Sägewerk öffnen sich in der Woche auf Voranmeldung ab zehn Personen, samstags und sonntags ab 13.30 Uhr. Wie viel Gäste seit 24. April da waren, konnte am Donnerstag niemand in der Stadtverwaltung sagen. Neben Vogtländern waren Bayern, Thüringer und Besucher aus der Berliner Gegend da, Klassen des Gymnasiums, der Hort. Kein Hehl macht Kollmus daraus, das er sich mehr Gäste aus Markneukirchen selbst wünscht.

Mit Führungen, die eine Stunde dauern - bei Fragen gern mehr - ist es für Kollmus und Ruderisch nicht getan. "Es muss geölt werden, die Sägen müssen angezogen und gelockert werden. Es ist eine über 100-jährige Anlage, das braucht einen gewissen Aufwand", sagt Kollmus. Hinter den Vitrinen im Eingangsbereich surrt ein Entlüfter. Wegen des Baus des Sägewerks im Winter und der Tatsache, dass ein Lüften über Nacht aus Sicherheitsgründen nicht möglich ist, schwitzen die Wände.

Seit der Eröffnung ist die Ausstellung gewachsen. Kollmus und Ruderisch haben eine Wand gestaltet, an der von der Schrot- bis zur Laubsäge, Bohrern und Äxten Holzbearbeitungsgeräte für fast alle Gewerke zu sehen sind. Neu ist eine Holzplatte mit den Mustern von 112 Hölzern - ein Bruchteil der auf der Welt vorhandenen exotischen Hölzer, verweist Kollmus allein auf 150 bis 200 verschiedene Sorten Mahagoni. Einen Eindruck, wie es früher zuging, vermitteln alte Fotos. Eines zeigt Heini Willer, wie er um 1960 auf der Straße des Friedens mit seinem Gespann einen großen Stamm transportiert, wohl aus Mahagoni. "Damit können die Leute mal sehen, was für Dimensionen hier verarbeitet wurden", erklärt Ruderisch.

Noch einziehen sollen ins Sägewerk eine Faltmaschine für Saitenbeutel und eine Einzylinder-Schleifmaschine. Ihren Platz gefunden haben schon zwei Fräsmaschinen für Griffbretter sowie für die Hohlkehlen von Bässen und Cellos. Die von der Firma Wolfram aus Adorf aufgearbeiteten Maschinen funktionieren, dürfen aber aus Sicherheitsgründen nicht angeschaltet werden.

 
erschienen am 22.07.2010 ( Von Ronny Hager )
 
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