Schloss Schönberg mit neuem Puzzle-Teil
Hildegard und Günther Rubner haben ein Kaminzimmer eingerichtet
Schönberg. Einem großen Bild, das nach und nach zusammengesetzt wird, gleicht das mehr als 500 Jahre alte Schloss Schönberg. Die Schlossherren Hildegard und Günther Rubner können Gästen einen weiteren neu gestalteten Raum zeigen: Das Kaminzimmer mit altem Ofen, gemütlichen Eckbänken, rustikalen Stühlen, einem hübschen Blick ins Grüne. "Es eignet sich für kleinere Gruppen, Wanderer, Gesellschaften", sagt Hildegard Rubner. 30 Plätze stehen zur Verfügung.
Die benachbarte Weinstube einzurichten, ist fest im Plan. Aber da müssen erst die Voraussetzungen stimmen, so Günther Rubner. Nicht nur, dass der Boden komplett raus muss und spezielle Möbel zu fertigen sind - es braucht die Leute, die mindestens einmal pro Woche zur Weinprobe kommen. "Das geht nur mit einem Shuttle-Service ab Bad Elster", spricht der 70-Jährige Kurgäste als Zielgruppe an. Das ist noch Zukunftsmusik, Realität dagegen die Kooperation mit dem Restaurant Convivo im Kurhaus Bad Elster. Gemeinsame Angebote, auch zu Feiern und zu Weihnachten, sind vorgesehen, so Hildegard Rubner. Die Zusammenarbeit liegt auf der Hand: Das im April eröffnete Lokal wird von Tochter Marion Stahl geführt.
Gebaut wird in diesem Jahr im Schloss auch: Die Löcher und Risse im Erkerzimmer mit der wertvollsten Stuckdecke der Region werden verschlossen, sagt Günther Rubner. Auch dank vom Landratsamt ausgereichter Fördermittel. Für die Sanierung der Decke laufen weitere Anträge auf Zuschüsse, Rubner hofft, auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit ins Boot holen zu können. Zuerst käme der Bogen im Erker dran, dann die große Decke. Sind die groben Arbeiten erledigt, kann auch dieses Zimmer eingerichtet werden. Rubners Augen blitzen: Ideen für das Schloss hat er genug. Als Vision ist ein Restaurant im Schloss im Hinterkopf, Fremdenzimmer wären in einem bisher weitgehend ungenutzten Trakt möglich. Was Rubner bereits zeigen kann - er führt pro Woche in drei Touren etwa 60 Leute durchs Schloss - ist die fertig eingerichtete Bibliothek. Sie zählt mehr als 7000 Bände, alle im Computer erfasst, nicht zum Ausleihen und Schmökern außer Haus, sondern als Teil der Ausstattung.
Um das Schloss herum tut sich auch etwas: Aus der benachbarten Schmiede dringt Baulärm, Rubners Sohn Claus hat das Haus gekauft und baut es um. Die große Scheune, die derzeit den Blick vom Schloss ins Egerbecken verhindert, wird in Kürze abgerissen. Zum Golfplatz gleich hinter der Grenze bei Haslau/Hazlov ist der Wanderweg in Schuss gebracht. "Inzwischen haben wir erste Gäste aus Tschechien. Viele kommen jetzt aus der bayerischen Ecke, dem Selber, Marktredwitzer und Arzberger Raum", zählt Rubner auf. Genauso gibt's aber ein Stammpublikum aus dem Vogtland und dem Zwickauer Raum. "Sie kommen in gewissen Abständen wieder, wollen wissen, was entstanden ist und bringen ihre Verwandtschaft mit."