Signal für Bahnprojekt auf "Grün"

Muldenhammer beteiligt sich an Projektmanagement - Viele Fragezeichen bleiben

Muldenhammer. Muldenhammer. Die Gemeinde Muldenhammer beteiligt sich am Aufbau eines Projektmanagements für die "Dampfbahn - Route Südwestsachsen" zur Wiederinbetriebnahme der Schmalspurbahn von Wernesgrün nach Carlsfeld. In der Sitzung am Donnerstag stimmten sieben Gemeinderäte und Bürgermeister Jürgen Mann (Freie Wähler) dafür, drei waren dagegen, vier enthielten sich der Stimme.

Bis 2013 stellt die Gemeinde in vier Jahresscheiben rund 12.300 Euro zur Verfügung. Diese Summe könnte sich noch reduzieren, da sich eine Johann-Andreas-Schubert Stiftung mit 30.000 Euro beteiligen will. Die Gründung dieser Stiftung hatte die Landesdirektion Dresden am 19. Dezember 2009 angezeigt. Mehr ist darüber bislang nicht bekannt. Von den angekündigten 30.000 Euro sollen die am Projekt beteiligten Kommunen Eibenstock, Schönheide, Steinberg, Grünbach, Stützengrün und Muldenhammer gleichermaßen profitieren.

Die Gemeinde Grünbach hatte am Mittwoch die Entscheidung über eine Beteiligung am Projektmanagement vertagt. Dort, so zumindest die Information an die Gemeinderäte in Muldenhammer, will man aus finanziellen Gründen versuchen, dass vor allem Hotels und Gaststätten im Ortsteil Muldenberg die rund 12.300 Euro übernehmen.

Als erste der insgesamt geplanten vier Etappen des auf etwa 22 Millionen Euro geschätzten Bahnprojektes soll mit dem Einbau einer Weiche in Muldenberg das Gleisstück bis Wilzschhaus wieder an die Linie Zwickau-Klingenthal angeschlossen werden. Davon, so die Planungen, würde vor allem die Region um Muldenhammer und Muldenberg touristisch profitieren.

Die Zustimmung zum Projekt haben neben Muldenhammer bereits Eibenstock, Schönheide und Steinberg gegeben. Es funktioniert jedoch nur, wenn alle sechs Kommunen sich beteiligen. Die Kommunen sollen Eigentümer der Strecken sein, und diese dann an einen Betreiber verpachten.

Allerdings gibt es zum Projekt noch zahlreiche ungeklärte Fragen. Das hat die kontroverse Diskussion in Muldenhammer gezeigt. So sollte ursprünglich bei der Gemeinde Steinberg das Projektmanagement angesiedelt werden. Inzwischen ist aber die Einsetzung eines externen Büros im Gespräch. Geplant war auch, dass über das Projektmanagement die Gründung eines Zweckverbandes vorbereitet wird, dem dann neben den sechs Kommunen auch der Vogtland- und der Erzgebirgskreis angehören sollen. Der Gemeinderat Muldenhammer beschloss aber, dass die Zusammenarbeit nunmehr auf Basis einer Zweckvereinbarung erfolgen soll.

Gemeinderätin und Landtagsabgeordnete Andrea Roth (Die Linke) hatte über eine Kleine Anfrage versucht, eine Stellungnahme der Landesregierung in Dresden zu dem Vorhaben zu erhalten, dass wahrscheinlich nur über Fördermittel gebaut werden kann. "Die Antwort war nichts sagend", konstatierte sie im Gemeinderat. Roth enthielt sich bei der Abstimmung ihrer Stimme.

 
erschienen am 25.06.2010 ( Von Thorald Meisel )
 
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