Weg zum Nachbarn jetzt leichter

Ortsumgehungen Roßbach/Hranice und Freiberg am Montag offiziell übergeben

RoSSbach/Hranice. RoSSbach/Hranice. Für den Festakt mitten auf der neuen Umfahrung Roßbach musste ein Provisorium herhalten: Eine Bühne, festgezurrt an zwei Fahrzeugen, die Flaggen der EU, Sachsens und der Tschechischen Republik, eilig auf ein Gerüst montiert.

Genau das Gegenteil soll die neue Straße (Abschnitte in der Grafik rot markiert) sein: Etwas dauerhaftes, dass Nachbarn zusammenrücken lässt, Wege verkürzt, Beziehungen erleichtert: 16,5 Millionen Euro sind dazu in den vergangenen 14 Monaten verbaut worden.

Dass hier Tschechen und Deutsche gemeinsam gebaut haben, unterstrich die offizielle Übergabe beider Straßen an einem Tag. Die Umgehungen verkürzt und erleichtert für alle aus Richtung Adorf, Markneukirchen und Klingenthal den Weg zur A 93 Hof-Regensburg: Von der B 92 geht es schneller in Richtung Tiefenbrunn oder durch den Ascher Zipfel. Auf beiden Strecken fehlen aber noch wichtige Stücke, gibt es weiter Ortsdurchfahrten.

Das beendete Projekt ist finanziell das aufwändigste im grenzüberschreitenden EU-Förderprogramm, betonte Josef Èid vom Prager Ministerium für Regionalentwicklung. Hätten die Straßenbauämter in Plauen und Karlsbad/Karlovy Vary den Bau nicht vorangetrieben, würden Autofahrer in die Röhre gucken, denn kurzfristig wurde Geld in die vom Hochwasser stark betroffenen nordböhmischen Gebiete umgeschichtet, sagte Èid.

Einen Eindruck von der neuen Straße vermittelte nach dem Festakt eine Busrundfahrt. Die 1,9 Kilometer lange Umgehung Freiberg beginnt 200 Meter oberhalb der B 92. Der Knotenpunkt soll beim Bau des Abschnittes zwischen den Einmündungen Leubetha und Freiberg errichtet werden, erklärte der Leiter des Straßenbauamtes Plauen, Frank Petzoldt. Die Umgehung überwindet dreispurig die Steilstufe zwischen dem Elstertal und der Bergener Höhe und mündet in die Ausbaustrecke westlich Freiberg, die 2004 fertig wurde.

Über die Ortsumgehung Bergen und die Ausbaustrecke am Waldbad geht es zur Kreuzung mit der Straße Eichigt-Ebmath. Das folgende Stück bis Abzweig Tiefenbrunn wird 2011 gebaut, kündigte Petzoldt an. Am Grenzübergang Ebmath/Roßbach wurde ein knapp 200 Meter langes Straßenstück neu gebaut. Dahinter beginnt die Umgehung Roßbach (4,5 Kilometer) mit Kreisverkehr Richtung Stadt/Tankstelle und vier Brücken. Am südlichen Ortsrand mündet die Umgehung in die Straße von Roßbach über Thonbrunn/Studanka nach Asch/Aš. Der Weiterbau in Richtung Asch ist ebenso vorgesehen wie der Ausbau in Richtung Tiefenbrunn und Posseck zur A 93.

Der Karlsbader Bezirkshauptmann Josef Novotný verwies auf unterschiedlichen Meinungen zur Umgehung Roßbach. Die Einwohner seien Lärm und Dreck los, manch Gewerbetreibender sei dagegen skeptisch, wenn Autofahrer nun einen Bogen um den Ort machen würden. Die Belastungen in der Bauzeit hätten die Einwohner mit großer Geduld ertragen, so der Leiter der Karlsbader Straßenbauverwaltung, Zdenék Pavlas.

Dass nun Belastungen für die Orte an der Straße Oelsnitz-Ebmath stark zunehmen, glaubt Rolf Keil, erster Beigeordnete des Vogtlandkreises, nicht. "Natürlich bringt so eine Straße Verkehr. Aber es geht keine Gefahr aus, dass hier Riesen-Überlastverkehr kommt. Das sind ganz normale Wirtschaftsbeziehungen."

 
erschienen am 13.12.2010 ( Von Ronny Hager )
 
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