Gaststätte im Schloss Voigtsberg bleibt für Gäste zu
Tourismus-Chef befürchtet Schlimmes
Oelsnitz. Über Schloss Voigtsberg in Oelsnitz schwebt ein Damoklesschwert: Findet sich nicht rasch ein Betreiber für die Gaststätte im Torhaus, so breche das langfristig der Touristen-Attraktion Nummer 1 in der Sperkenstadt den Hals. Das sagt Stadtmarketing-Chef Daniel Petri und nimmt kein Blatt vor den Mund: Ohne Lokal schwant ihm Schlimmes. Will doch die Burganlage als Teil des Schlösserlandes Sachsen in einer Liga mit Moritzburg oder Augustusburg mitspielen. Ohne Gastronomie - unvorstellbar.
Die Realität: "Jedes Wochenende kommen Besucher, wollen einen Kaffee trinken und ziehen wieder ab", schildert Petri. Andere sind vergnatzt, dass sich Museumsbesuch oder Schlossrundgang nicht mit gemütlicher Einkehr verbinden lassen. Die nächste Gaststätte ist weit weg. Petri verweist Besucher dann an Cafés in der Innenstadt. "Wir brauchen auch einen gastronomischen Partner für Veranstaltungen. Ich hoffe, es geht relativ schnell. Es ist ganz, ganz wichtig", so Petri.
"Die Schnelligkeit bei der Suche nach einem neuen Betreiber ist zweitrangig", sagt indes Oberbürgermeister Mario Horn (CDU). "Primär ist wichtig, ob ein tragfähiges Konzept vorgelegt wird", so das Stadtoberhaupt. Da gibt's noch viel zu tun. Seit Ende April das Restaurant "Zum Kurfürst" schloss - Betreiber Wolfgang Schoberth hatte seinen Pachtvertrag gekündigt - sind alle Gespräche mit Interessenten ohne Ergebnis geendet, räumt Horn ein. Er schöpft dennoch Hoffnung: "Seit Juni gab es zwei Anfragen für die Nutzung der Gaststätte. Beide Interessenten haben sich das Objekt angeschaut", sagt Horn. Einer will in Kürze ein Konzept vorliegen, der andere verlangt erst einmal Grundrisse. Gibt es wieder keinen Durchbruch, will die Stadt das Lokal erneut in Fachzeitschriften anbieten.
Unterdessen haben Fachleute Zweifel, ob die Gaststätte überhaupt groß genug ist. Solche Hinweise hatte es nach "Freie Presse"-Informationen bereits 2009 gegeben, nun werden sie erneuert - durch Andreas Vieweg, Betriebsberater beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband. Auch die Stadt hat mit ihm gesprochen. Das Schloss habe Potenzial für eine Gaststätte, "er ist jedoch der Meinung, dass der vorhandene Gastraum allein für eine wirtschaftliche Betreibung wohl nur schwer ausreichend ist", informiert Horn. Zudem sehe Vieweg als Muss, dass der Betreiber das Lokal selbst führt. Dies hatte Schoberth nicht getan.
Von seiner Aussage, im Schloss wäre "ein hochwertiger Italiener schön" rückt Horn ab. "Es wird nicht daran festgehalten." Mit Schoberth verhandelt die Stadt, was mit den Möbeln im Lokal wird. Schoberth hat nach eigenen Angaben dafür eine sechsstellige Summe investiert.


23:37 Uhr
Nixe: "Ein hochwertiger Italiener"!?! - das ist zwar typisch im Vogtland, weil nix anderes die Leute zieht, wie man denkt, ..., aber das passt einfach nicht für eine Liga wie Moritzburg und Augustusburg! Man wollte mal wirklich etwas Zünftiges im Vogtland schaffen mit diesem Schloss, hat es sogar geschafft, aber ein Italiener oder Grieche, ...bitte nicht! Nichts gegen ein griechisches oder italienisches Restaurant! Aber hierher passt es einfach nicht, es wirkt wie will und kann nicht!
Man sollte es nicht glauben, aber wir haben auch selbst gute Küche, wenn sich die Leute etwas anstrengen...!
In ein vogtländisches Schloss gehört gefälligst eine gut geführte vogtländische Küche!!! Man sehe nur die vielen Bambes und Kloßspezialitäten, wenn man sie richtig selbst hausmacht! und fantasievoll anrichtet!, kommt da was richtig Typisches und Feines heraus, was die Gäste auch gedanklich vom Vogtland mitnehmen, und auch die Vogtländer! Wer das noch nicht kennt, sollte mal in die "Schöne Aussicht" nach Klingenthal gehen, es wird ihm munden! Es ist zwar nicht jeder bodenständige Wirt ein raffinierter Feinschmecker, aber es ließen sich schon einige finden. ... damit meine ich nicht teuer (Mittelfeld)! Zu den Klossspezialitäten kämen dann noch gemütliche Kaffeestunden vielleicht mit hausbackenen Spezialitäten, z.B. hier in Dresden variiert das oft nach Jahreszeit - manche Restaurants führen oft gar nicht mal so riesig viel Auswahl, dafür ganz frische jahreszeitliche Spezialitäten - nimmt man immer wieder gerne! Am Abend ein schönes vogtländisches Frischgezapftes und sächsischer Wein im Burggarten -wie wär denn das! Hm, lecker!
Die Tischdecken bitte aus einer Oelsnitzer Weberei mit altem vogtländischem Muster. Und beim vogtländischen Trachtenverein mal um eine Beratung bezüglich der Dienstkleidung ersuchen. Wie fänden Sie das Herr Horn?
Ich glaube nur, leider lesen die Herren diesen Artikel hier gar nicht...?
17:38 Uhr
Holzinger: Hallo Voigtsberger,nehmts nicht so tragisch. Der "erenwerte Gastwirt" wollte bereits im Mai vergangenen Jahres die extra für ihn umgebaute Schloßgaststätte in Auerbach eröffnen. Auch dort stehen die Touristen vor verschlossener Tür. Es werden eh bald keine mehr kommen, wenn weiter so gewirtschaftet wird. Man muß sich halt seine Geschäftspartner vorher mal gründlich anschauen und sich nicht von einem Schlips und geschwollenen Geschwafel irritieren lassen.